Wenn einer eine Reise tut ...

– oder: kleine Abenteuer mit der »Gummiknochen Stiftung


Es gibt sie auch, die glücklichen Zufälle! So ergab es sich, dass unsere neue Partnerorganisation »GumiCsont Alapítvány« (auf Deutsch »Gummiknochen Stiftung«) beinahe auf dem Weg lag, als unsere Vereinsmitglieder Tanja und Barbara privat nach Ungarn reisten.

Kurz entschlossen fragten wir bei unserer Ansprechpartnerin Viki Egri nach, ob sie uns gern persönlich kennen lernen möchte. Außerdem hatten wir auch im Blick, dass zwei kleine Pekinesen-Damen (Minnie und Bibi) gleich ganz komfortabel mit uns nach München zurückfliegen könnten, falls wir sie in Deutschland unterbringen könnten.

Viki sagte zu, uns den Hof und die Tiere zu zeigen, also fuhren wir gleich vom Flughafen Budapest mit dem Mietwagen los, in der Hoffnung, dass unser Navi den Tierschutzhof schon finden werde. So viel zur Theorie.

Praktisch lebt Viki Egri sehr zurückgezogen, inmitten von Wiesen und Feldern. Schilder mit Straßennamen oder Haus­nummern? – Pah! Wer brauch denn sowas? Schließlich kennt man sich ja auf dem Dorf. ... besser gesagt, die Leute auf dem Dorf kennen sich ... WIR hatten da so unsere Problemchen.

Als erstes wurden wir in einen Feldweg gelotst, der dann abrupt vor einem hohen mit einer Kette verriegelten Tor endete, dahinter zeichnete sich vage ein älteres Gebäude ab. Das konnte es ja nicht sein, also vermuteten wir, dass die Straße jenseits dieses Gehöfts weiterführen müsste. Einmal außen rum, aha, das sah schon besser aus. Bis wir dann wieder vor einem recht schlichten Bauernhof standen, diesmal ohne Tor, aber mit großem Hund vor der Tür. Keine Menschenseele zu sehen. Zunächst etwas ratlos waren wir höchst erfreut, als ein einheimischer Landwirt um die Ecke kam. Mit Händen und Füßen und unserem Adresszettel konnten wir ihm wenigstens die grobe Richtung entlocken. Und dann standen wir endlich glücklich vor Vikis Tür.

Nicht nur Viki freute sich uns zu sehen, auch einige ihrer recht stattlichen Hunde waren schwer begeistert, dass hier gleich zusätzlich vier streichelnde Hände ankamen. Kleidung und Frisur hatten schon ein wenig zu leiden, aber wenn man in diese treuen Augen sieht ... da ist einem der Hundeschlabber am T-Shirt auch schon egal ;-)


Auch wir freuten uns, die zwei Pekinesen-Hündinnen sowie all die anderen Tiere (erwachsene Hunde in allen Größen, Welpen und Katzen) in gutem Zustand zu sehen. Viki hat richtig viel Platz und feste Unterstände geschaffen, die Hunde leben in kleinen Gruppen zusammen und sind offensichtlich in liebevollen Händen.

 
Nach unserem kurzen Besuch ging es dann weiter zum eigentlichen Reiseziel. Inzwischen hatten Minnie und Bibi bereits ernsthafte Adoptionsanfragen und sollten definitiv mit uns heimreisen. Es wurde also vereinbart, dass uns Viki die Hundemädels am Flughafen übergibt.

Frisch gebadet, gebürstet und völlig entspannt saßen Minnie und Bibi in ihren Boxen und kuckten neugierig in die Gegend. Das Anlegen eines zusätzlichen Geschirrs (denn sicher ist sicher!), war bei den so braven Hunden gar kein Problem und sie konnten noch ein wenig draußen die kurzen Beinchen bewegen und etwas Wasser trinken.

 
Außerdem wollte die Zeit bis zum Abflug noch für reichlich Schmuseeinheiten genutzt werden, die offensichtlich seeeehr dringend benötigt wurden. Gleich schickten wir auch einige Fotos per Handy nach Deutschland, denn die freudige Aufregung bei den zukünftigen Adoptanten, und nicht zuletzt bei der Vermittlerin der Hunde, war bereits groß.

 
Dann mussten beide wieder in ihre Reisetasche. Noch schnell ab durch den Sicherheitscheck ... die Nachfrage eines Sicherheitsbeamten »Ist das ein Hund oder eine Katze?« lassen wir ihm jetzt einfach mal durchgehen. Den eigentlichen Flug haben Minnie und Bibi schlicht verschlafen.

Bei Ankunft in München wurden die beiden dann unverzüglich von der Pflegestelle in Empfang genommen. Fröhlich trippelten unsere zwei Schützlinge von Dannen in ihr neues Leben und uns entfuhr ein tiefer Seufzer, dass wir diese bezaubernden Kleinhunde so schnell schon wieder »loslassen« mussten.

Inzwischen sind Minnie und Bibi in ihren neuen Familien angekommen.

Wir wünschen ihnen und ihren Menschen von Herzen alles Gute!

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