Brief von Lillas Adoptantinnen

Liebe Frau Klein,

schön, dass es jetzt auf Ihrer Website die Rubrik „Briefe von Adoptanten“ gibt … . So können wir auch noch mal ganz „offiziell“  HERZLICHEN DANK!!! für Ihre tolle Arbeit sagen … . Wir sind hier alle „drei“ (Lilla und Ihre beiden Adoptiv-Frauchen) schwer beindruckt was für eine immense Leistung Sie bei der Adoption von Lilla für uns erbracht haben und immer noch fast täglich - und dann auch noch auf so eine herzliche, feine und mitfiebernde Art – erbringen!

Ich denke da an unzählige sehr schöne Emails und nette Telefonate in den letzten zwei Monaten … und das „ganz nebenbei“- ehrenamtlich - neben Ihrem eigenen Leben, Job, Hund, Pflegestelle für andere Hunde … - einfach unglaublich! Wir merken, dass Sie wirklich mit ganzem Herzen und ganzer Seele für den Auslands-Tierschutz und Ihren Verein und vor allem für die Hunde in Spanien engagiert sind! Wir fühlen uns in der Vermittlung, Adoption und Nachbetreuung von Lilla von Ihnen und der Pfotenrettung absolut professionell (!!!) betreut. Hut ab vor Ihrer Arbeit und Ihrem Engagement! Besser könnte es nicht sein!

Für uns war und ist die Adoption von Lilla ein sehr spannender und sehr lebenswerter „Wachstumsprozess“. Eigentlich ursprünglich beim Gucken nach einem Jack-Russel-Terrier haben wir Lillas Foto und ihre Geschichte im Internet entdeckt und sind so zum Glück mit Ihnen und Ihrem Verein in Kontakt gekommen - auf ihre tolle Website aufmerksam geworden. Uns war ziemlich schnell klar, dass Lilla „unser Hund“ ist. Sehr hilfreich bei der genauen Überprüfung dieser Herzensentscheidung waren für uns auch die Videos aus Spanien und Ihre ausführliche Beschreibung von Lillas Wesen auf Ihrer Homepage – da wir so einen kleinen Eindruck davon bekommen haben, wie ruhig, lieb und zugewandt sie sich so gegenüber anderen Hunden und Katzen und Menschen verhält.

Lilla wohnt in Spanien – ach so?! – dann auch noch in Südspanien – d. h. sie kann nicht mit dem Auto nach Deutschland kommen, sondern darf (!!!) die Strecke nach Deutschland in nur 2-3 Stunden mit dem Flieger zurücklegen. Perrera (Tötungsstation für Tiere in Spanien) – davon hatten wir nur einmal vorher ganz wage etwas gehört, aber vorstellen konnten wir uns darunter nicht wirklich etwas – erst nach den Videos von Lilla und den anderen Tieren und Ihren Berichten haben wir begriffen, was das für die lieben Hunde und Katzen dort im Endeffekt bedeutet … . Unvorstellbar einen Hund, wie „unsere Lilla“ einfach dort zum Töten abzugeben! Zum Glück halten Sie und die Tierschutzleute in Spanien die Augen offen und setzen sich dafür ein diesen armen Geschöpfen dort einen neuen Start ins Glück in Deutschland oder Spanien zu ermöglichen!

Auch den Schrecken vor Mittelmeerkrankheiten haben Sie uns durch eine sehr gute und fundierte Aufklärung genommen – es könnte sein, aber es muss nicht und es wird vorher getestet und was kommt im Fall der Fälle auf einen zu – hält einen das dann ab von der Adoption oder nicht?! Lilla hat zum Glück keine Mittelmeerkrankheiten, aber das hätte uns letztlich auch nicht abgeschreckt, denn wenn sie krank gewesen wäre, hätte sie bessere Lebensumstände noch dringender gebraucht und da alle gut behandelbar sind und wir eben von Ihnen sehr gut darüber informiert wurden, was da mitunter auf uns zukommen kann auch an Tierarztkosten. Wir finden das sehr wichtig, denn nur so kann verhindert werden, dass eine Adoption letztlich an einem knappen Geldbeutel scheitert, wenn wirklich mal was sein sollte und man sich dann eben ganz bewusst für ein Tier mit einer Krankheit entscheiden kann oder auch nicht. Während dem ganzen Prozess von der Vermittlung über die Adoption bis zur Nachbetreuung hatten und haben Sie für uns auf jede unserer Fragen von A wie Adoption bis Z wie Zecke eine Antwort und wir sind sehr dankbar für Ihre wertvollen Hundekennerinnen- und Insidertipps!

Das Ausfüllen des Adoptionsantrages und die Beantwortung der vielen Fragen hat uns sehr geholfen, uns der Verantwortung die durch die Adoption auf uns zukommt noch bewusster zu werden und nochmals genau zu hinterfragen, ob wir das wirklich wollen und uns den verschiedenen – möglicherweise auch schwierigen - Situationen die das alltägliche Zusammenleben mit einem Hund mit sich bringt auch gewachsen fühlen. Wir finden es sehr wichtig, dass von Ihnen sehr genau geprüft wird, „welcher Topf zu welchem Deckel passen könnte“, denn wenn der Hund einmal da ist und es passt dann doch nicht –was für eine Katastrophe wäre das für den armen Hund!

Da es im Winter eher schwierig mit Flugpaten ist und Sie uns gesagt haben, dass es mitunter deshalb schon einige Zeit dauern kann, bis Lilla nach Deutschland reisen kann, war für uns ziemlich schnell klar, das wir es gar nicht aushalten können eine unbestimmte Zeit auf die Ankunft von Lilla zu warten und dass wir für sie den Aufenthalt in der Tötung und im Tierheim in Spanien so kurz wie möglich halten möchten und Lilla lieber selbst mit dem Flieger abholen.

So hatte ich auch das Glück das erste Mal Erfahrung als Flugpatin sammeln zu können für den kleinen Kater Miki– was für eine nettes und lustiges Abenteuer! Miki war total brav und ruhig – eine richtig kleine Schmusebacke. Er hat schon beim Boarding und später beim Flug die ganzen Mitreisenden bezirzt – in dem er sich immer an meinen Finger gekuschelt hat und die Pfote sanft aus der Box gestreckt hat. Auch die Betreuung beim Einchecken durch Pilar von ABYDA auf dem Flughafen in Malaga war top!!! – Null Problemo mit dem Zurechtfinden auf dem Flughafen – wo muss man da jetzt was machen – wo fliegt der Hund ab, der Kater, ich, wo wird wer eingecheckt? – und auch der Papierkram war gar kein Thema. Und die Flugpatenschaft hatte sogar noch einen anderen Vorteil – durch die Hilfe der spanischen Tierschützerin wurde ich auf einen anderen Platz umgebucht und hatte so drei (!!!) Sitzplätze für mich und den Kater ganz alleine.

Viel zu viele bedürftige Hunde und Katzen befinden sich wohl im Moment in der Tötung in Jaén, so dass auch das Tierheim dort an seine Grenzen stößt – für die Tiere bedeutet das natürlich großen Stress wegen der räumlichen Enge und auch Krankheiten haben so ein leichteres Spiel. Lilla hat keinen Floh mitgebracht aus Spanien, aber sie hat unter den beengten und miserablen Verhältnissen in der Tötung in Jaén nicht nur seelisch, sondern auch gesundheitlich etwas gelitten und hat sich dort ein paar Keime eingefangen, die hier aber wohl sehr schnell durch eine entsprechende Behandlung in den Griff zu bekommen sind. Wenn sie länger diesen schlechten Verhältnissen in der Tötung ausgesetzt gewesen wäre, hätte es allerdings sein können, dass aus einem gesunden Hund – der in Spanien top tierärztlich von den Tierschützern betreut wurde – schnell auch ein sehr kranker Hund geworden wäre! Lilla hatte Glück, das wir auch den anderen lieben Tieren in der Perrera in Jaén wünschen!

Lilla hat sich vom ersten Kontakt auf dem Flughafen in Malaga und dann auf der Autofahrt vom Flughafen in Deutschland nach Hause gleich an uns angeschlossen. Sie kommt bis jetzt mit jedem anderen Hund klar und wir haben wohl schon fast alle hier getroffen, egal ob Männchen oder Weibchen, groß oder klein, schwierig oder einfach. Ganz anderes als so mancher Hund in Deutschland ist sie super mit anderen Hunden, Katzen und Kindern sozialisiert. Obwohl sie das Hunde 1x1 auf Deutsch ja noch gar nicht kann, war sie von der ersten Minute an, herzzerreißend darum bemüht, alles richtig zu machen in ihrem neuen Leben und mit ihren neuen Menschen – vielleicht aus Angst wieder weg geschickt zu werden ??? - obwohl wir das ganz bestimmt nicht erwarten und sie das bei uns gar nicht muss! Wir waren von Anfang an wirklich auch zu Tränen berührt über diese feine Hundeseele!

Lilla ist stubenrein von Anfang an auch lange Zeit am Stück, geht prima an der Leine, bleibt in der Nähe und im Kontakt, kommt, wenn man sie ruft, macht schon sitz, legt sich beim Essen nach einiger Zeit in ihr Körbchen und bettelt nicht, fährt 1a hinten angeschnallt Auto, bleibt auch mal alleine im Zimmer, wenn sie sich sicher fühlt – obwohl sie schon auch nach ihrer Vorgeschichte Verlassenheitsängste hat – und das alles schon nach wenigen Tagen! Sie geht mittlerweile sehr gerne spazieren – nur Regen mag sie nicht so. Sie ist nicht wählerisch mit dem Futter. Allerdings müssen wir noch etwas probieren bis wir das Futter gefunden haben, dass ihr und ihrem Bauch am Besten bekommt- die Fürze haben es in sich – mein lieber Schwan! Wenn man ihr einmal etwas erklärt, versteht sie es und bemüht sich dann auffallend es richtig zu machen.

Lilla ist sehr schnell eine richtige „Schmuse-Lilla“ geworden, die sich abends auf der Couch, nach dem Fressen und dem Spazierengehen sehr dafür einsetzt ihre täglichen Streicheleinheiten zu bekommen und ihr „Kuschelkonto“ aufzufüllen – sie hat da wohl ordentlich Nachholbedarf nach der schweren Zeit ohne Familienanschluss! Sie geht auch mit ins Büro und verhält sich dort wie nicht anders zu erwarten tip top! Natürlich sind wir uns bewusst, dass wir uns da mit Lilla einen richtigen Glücksfall ins Haus geholt haben und dass so ein problemloser und leichter gemeinsamer Start sehr sehr besonders und bemerkenswert ist.

Was sie noch lernen „muss“ bzw. darf ? Dass sie jetzt „gute“ Menschen um sich hat, die sie auf keinen Fall laut ausschimpfen oder schlagen und sie sehr sehr gerne mögen! Sich noch öfter zu freuen und noch mehr zu entspannen und fallen zu lassen. Auch mal frech zu sein und Unfug zu treiben und Ihre neue Familie etwas herauszufordern. Keine Angst mehr vor Männern haben zu müssen. Dass es jetzt immer ausreichend und regelmäßig gesundes Essen gibt. Dass es Dinge gibt, auf die sie sich freuen kann – regelmäßig spazieren gehen, wenn ihr Frauchen nach Hause kommt, andere Hunde treffen, sich im Dreck wälzen, schnuppern, über die Wiese sausen, mit dem Ball, dem Tau oder dem Quietschetier spielen - und noch mehr ihre Bedürfnisse einzufordern und anzumelden! Sie ist da noch sehr bescheiden. Und natürlich wird sie auch noch in die Hundeschule gehen – alleine schon wegen der Bindung an uns und dem Spaß und auch wegen der Verkehrssicherheit.

Wir sind jeden Tag aufs Neue von ganzem Herzen froh und sehr dankbar, dass Lilla – über ABYDA in Spanien und die Pfotenrettung-Grenzenlos - den Weg aus Andalusien zu uns gefunden hat und so eine feine Hundeseele ist! Und wir sind immer wieder neu sehr gerührt über unsere Lilla – sie ist genau das richtige Hundemädchen für uns – besser könnte es nicht sein! Wir haben da ein richtiges „spanisches Hundejuwel“ geschenkt bekommen!

In diesem Sinne tausend Dank an Sie, das Team der Pfotenrettung-Grenzenlos und die Tierschützer von ABYDA in Spanien für die Vermittlung unserer Lilla! Wir hoffen dass noch viele weitere Tiere den Weg in ein neues Glück durch Ihre wertvolle Arbeit finden dürfen.

Herzliche Grüße
Lilla und ihre Regenbogenfamilie

Mehr von der knuffigen Hündin in ihrer Kolumne.

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