Brief von Tulas Adoptantin

Nur gucken!

Vor ca. 1 ½ Jahren fing alles an, ich  begann mich auf diversen Tierschutzportalen rumzutreiben. Warum? Ich weiß es nicht so genau. Vielleicht, weil der eine oder andere mir wohlgesinnte Mensch behauptet und ins Unterbewusstsein gemeißelt hat, dass mir ein Hund fehlt. Hunde-Erfahrung habe ich, dank einer sehr dominanten Alaska Malamut Hündin, die mich an meine Grenzen gebracht hat. Durch Einzeltraining bei einem sehr kompetenten Trainer mauserte ich mich zu ihrer Überraschung zur Rudelführerin und wir wurden ein tolles Team.

Als hartnäckige Frostbeule, habe ich in den Jahren ohne Hund allerdings sehr zu schätzen gelernt, möglichst viel Zeit in der warmen Wohnung zu verbringen. Wenn ich mich also überhaupt und jemals für einen neuen Hund entscheiden sollte, dann nur im Frühling.

Hört das irgendwann mal auf?

Ich verbrachte unzählige Stunden am Computer und sah mir die in Not geratenen Hunde an. Vorzugsweise, wenn mir Abgabetermine im Nacken saßen. Dabei heraus kamen mehrere Nachtschichten. Nach einer Weile hatte ich meine Lieblingstierschutzseiten mit wechselnden Lieblingshunden. Zur Freude (?) meiner Freundinnen und meines Freundes, die ich mit Links versorgte. Und siehe da, alle Hunde, die ich mir ausgesucht hatte, wurden schnell vermittelt. Ein guter Grund weiterhin Stunde um Stunde Hunde auszuwählen, als Lesezeichen zu speichern und mich über deren Rettung zu freuen. Einmal spendete ich sogar ein „Ticket aus der Hölle“, um wenigstens einen klitzekleinen Beitrag zu leisten.

Irgendwann stolperte ich über die Website von „Pfotenrettung Grenzenlos e.V. Das Team war mir auf Anhieb sympathisch, die Nähe zu München und die Arbeitsweise ebenso. Dennoch standen die anderen Seiten weiterhin Im Fokus meiner Betrachtungen. Immerhin hatte ich dort noch viele Hunde zu retten.

www – warum, wieso, weshalb?

Zufällig oder schicksalhaft habe ich nach einiger Zeit die Homepage von der Pfotenrettung mal wieder aufgerufen und habe Tulas Bild (Herz, warum springst du? Bauch, warum fühlst du dich so komisch an?) und ihre Geschichte gelesen. Weil ihr Schicksal mich gedanklich nicht mehr losließ, habe ich kurzerhand eine Mail an Frau Richter geschrieben, ob ich finanziell helfen kann, damit die Kleine in einer Tierpension untergebracht werden kann und nicht vollkommen alleine gelassen in der Wohnung auf Rettung warten muss. Und was macht Frau Richter? Sie ruft mich an. Damit habe ich nicht gerechnet. Ohne Verstand, denn das Herz hat übernommen, hörte ich mich sagen, dass ich schon länger mit dem Gedanken spiele einen Hund zu adoptieren. Oh je! Die überaus freundliche und warme Telefonstimme berichtete mir unter anderem, dass Tula eine Pflegestelle in Aussicht hat und sie mich gerne auf dem Laufenden hält. Kopf findet, ist doch super. Du beteiligst dich einfach an Tulas Ausreise und dann ist alles gut. Herz schrie, ich will diesen Hund, auf den habe ich gewartet. Eine Freundin sagte, die musst du nehmen. Eine andere, Tula liebe ich jetzt schon. Mein Freund war das erste Mal richtig interessiert und ich dachte nur Auweia!

Neugierde siegt und verändert alles!

Natürlich musste ich Tula bei Familie Bauer besuchen. Nur mal gucken. Von Frau Richter erfuhr ich, dass Tula schon zwei Interessenten hatte, die aber wieder abgesprungen sind. Aha! Hoffnung und Bammel meldeten sich gleichzeitig. Ich also alleine hin, weil mein Freund in den USA weilte und sich seltsamerweise schon auf Tula freute.

Die liebe Pflegefamilie Bauer bereitete mir einen herzlichen Empfang mit insgesamt 6 Hunden. Tula habe ich erst schüchtern und verhalten beobachtet. Die anderen Hunde hatten mehr Interesse an mir. Die soll also so toll sein, meldete sich der  zweifelnde Kopf und erinnerte mich an die kommenden Wintermonate. Außerdem hast du hast keinen Garten, lebst in der Stadt und musst die nächsten Jahre drei Mal Tag für Tag spazieren gehen. Also, warum sie aus dem Pflegestellenparadies herausholen?

Das Schicksal ist erbarmungslos!

Im Haus von Familie Bauer auf dem Boden sitzend, wurde ich dann doch von Tula beschnuppert und ich durfte mit ihr schmusen. Bei der Verabschiedung ist es dann passiert. Herr Bauer begleitete mich hinaus und Frau Bauer und Tula brachten mich noch zu Tür. Ich streichelte ein letztes Mal ihren Kopf und dann hat der kleine, bezaubernde Hund das Hinterhältigste gemacht, wozu ein Tier fähig ist. Mit einem tiefen Blick in meine Augen, hat sie wie ein Blitzschlag mein Innerstes getroffen. Offenes Herz, triumphierende Seele und ein fassungsloser Verstand. Und weil weder Familie Bauer, noch Frau Richter ein Veto einlegten, nahmen die Dinge ihren Lauf. Na, wohl zu weit aus dem Fenster gelehnt, presste der Kopf noch schnell aus den hintersten Gehirnwindungen heraus. Es war zu spät.

Da kann man nichts machen!

Meine Erkenntnis, es gibt Dinge, die müssen wohl vorbestimmt sein, wenn sie uns zum intuitiven Handeln veranlassen. Widerstand zwecklos! Und wie heißt es so schön? Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden.

Dankeschön!

Mit aufrichtigem Respekt und den allerbesten Wünschen danke ich von Herzen Frau Richter von Pfotenrettung Grenzenlos e.V., Pflegefamilie Bauer und Tula. Wunderbare Menschen, die mich mit einem wundervollen Hund zusammen gebracht haben.

Mein herzlicher Dank gilt auch dem Tierarzt in Spanien, der sich weigerte Tula einzuschläfern und dem spanischen Tierschutzverein ABYDA, der sofort alles Mögliche in Bewegung gesetzt hat, damit Tula versorgt ist.

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