Ankunft von Bayern in Erfurt am Freitag, 12. Juni 2010, 17 Uhr

 Herzliche Begrüßung der Vierbeinerin im Garten durch alle wichtigen zweibeinigen künftigen Bezugspersonen:
Aufenthalt gemeinsam bis abends im Garten.
Jetzt grade schnarcht Mia neben mir im Hundekörbchen ... ach so, wichtig noch folgendes: Gestern stand so mit der Familie die Frage im Raum: wie nennen wir sie denn nun, wenn es um Unterscheidung geht; also der Gesprächspartner wissen soll, um welche der grazilen Damen es sich denn jetzt grad handelt?
Und mein Schwager hatte spontan DIEEEE perfekte Idee. Mia Nummero eins heißt jetzt im Gespräch mit Anderen, Mia-Miau und die zweite heißt Mia-Wau. Ist das nicht herrlich?

Als ich gestern dann ziemlich spät mit Mia-Wau rüber zu mir ging (Mia-Miau war schon früher nach Hause gebracht worden und wir waren ja bis Mitternacht im Garten, es war ja auch warm), breitete sich freilich einiges Unbehagen in mir aus, weil ich nun unweigerlich auf meine einzige Befürchtung stieß, dass sie sich evtl. nicht vertragen könnten. Und ich will es nicht verschweigen, als sie aufeinandertrafen und völlig aggressionsfrei von vornherein miteinander umgingen - nennen wir es zunächst mal nicht "Liebe auf den ersten Blick", nein, wir bleiben vorsichtig bei friedlicher Koexistenz - ich sag euch, dass mir da vor Rührung darüber die Tränen über die Wangen liefen.

Und grad jetzt, wo ich es schreibe, wird's wieder feucht in den Augen. Ich hatte einfach nicht damit gerechnet, gerade, weil ja auch Nadine (1. Vorsitzende von dem Tierschutzverein in Planegg) gestern noch sagte, wie lange es bei ihr gedauert hat, die Anfreundung zwischen Hund und Katz. Da hatte ich so mit mindestens einer Woche, vierzehn Tage gerechnet. Ich war soooo happy; ich kann’s gar nicht in Worte fassen. Auch meine Familie, als wir heute gemeinsam frühstückten, konnte es kaum fassen, dass Mia-Miau heut Nacht nicht allein im Badezimmer zubringen musste wegen etwaig auftretender konfrontativer nächtlicher Begegnungen.

Aber vielleicht wollte sie selbst sich genau dieses ärmliche Los ersparen und dachte gestern: na ja, zickste mal lieber doch nicht gleich rum mit dem neuen Wuschelteil, sonst bist am Ende noch duuu die Blöde; ... wie auch immer. Jedenfalls war das eine erste, äußerst kluge Katzenentscheidung. Jetzt gerade liegen sie beide hier im Wohnzimmer und schlafen - jede so für sich. Eine schnarcht.

14 Uhr gehen wir mit Mia-Wau, zu uns in den großen Garten, um mit unserer Großcousine aus Ulm, die bis morgen noch bei uns weilt, zur Verwandtschaft zum Guten-Tag-Sagen ... Auch völlig unkomplizierte Begegnungen, bei denen Mia-Wau - logisch – von allen Seiten viele Streicheleinheiten und Schönheitsbekundungen erntet.

Jedenfalls, so viel kann ich bedenkenlos sagen; es war rundum eine gute Entscheidung und auch ein wirklicher Glücksfall und zwar für beide Seiten, das kann ich ganz unarrogant sagen, dass wir die Mia-Wau jetzt bei uns haben. Auch wenn sie aufgrund ihres Alters das Eine und Andere Zipperlein hat. Schließlich hat sie einiges Schlimmes in ihrer Vorgeschichte hinter sich – und sogesehen, wenn es überhaupt jemand verdient hat, jetzt noch mal ins Schlaraffen­land zu kommen, dann ist sie es. Und wir werden uns jederzeit gern auf  ihre  speziellen Bedürfnisse einstellen. Auch auf ihre Langsamkeit und ihre Ruhebedürftigkeit. Allein mit ihrer Anwesenheit und ihren lieben Augen, dem Anschmiegsamen und und und, schenkt sie uns all das tausendfach zurück. Ich habe den Eindruck, dass sie sich bereits wohl fühlt, denn es sind keinerlei Zeichen von evtl. Unruhe oder Unrast oder ähnlichem erkennbar. Heute morgen gab’s die Tabletten in Leberwurst, dann ihr Futter mit allen Tröpfchen; alles gut genommen und auch getrunken.
Kurz hat sie dann mal am Katzenfutter geschleckt, aber Mia-Miau war nicht sauer drüber. Hat sich nur gewundert: Was reißen denn  hier  jetzt noch für Sachen ein? Aber weiter hat sie es nicht wirklich tangiert. Eben nur peripher.

Die beiden Mias sind nach wie vor ohne Groll gegeneinander; demnach doch füreinander, wenn ich das mal so interpretieren darf.

Obschon mich Mia-Miau freilich ständig mit dem "Bleibt-die-jetzt-etwa-für-immer-hier?-Blick" anschaut.
Aber weder Mia-Wau noch wir machen uns da was draus. Heute morgen saß ich in unserer Küche auf der Couch und normalerweise springt Mia-Miau - sobald ich mich dort niederge­lassen habe - auf meine Beine, um es sich auf meinen Oberschenkeln bequem zu machen. Da aber heute Mia-Wau schon eine längere Zeit zuvor auf der Couch neben mir lag; bekam ich statt des gewohnten Aufspringens nach meinem Ruf, nur einen geringschätzigen Blick in Richtung Mia-Wau. Und einen vollends divenhaften Abgang – rechte Augenbraue missbilligend nach oben gezogen – versteht sich von selbst.War sehr lustig, mit anzusehen. Ein leichter Hauch von Eifersucht.

Bemerkenswert ist zudem, dass Mia-Wau nur dort fressen will, wo die Schwarz­afrikanerin dies tut. Sollte daraus vielleicht später doch mal eine gute Freundschaft werden? Ich werde es alle wissen lassen, die es wissen wollen oder nicht. Heute morgen haben sie jedenfalls beide nebeneinander gefressen, ohne, dass man da an Futterneid oder ähnliches hätte denken können. Ganz friedlich nebeneinander. Die eine fraß Leber, die andere ihr Hundefutter.
Dann beim Weggehen streifte Mia-Miau, Mia-Wau leicht am Hinterteil - also die körperliche Berührung zeigt auch, ob nun gewollt oder ungewollt, dass da durchaus mal Sympathie erwachsen könnte.

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