Kapitel 15: Alcatraz auf der Terrasse

27. September 2014

Es wurde Herbst und ganz schön feucht, kalt und windig. Es machte nicht wirklich Spaß, am Abend in die Decke gehüllt an der Terrassentür zu stehen und jede Bewegung von Tamy zu beobachten. Denn täglich probierte sie ihre Kletterkünste am Katzennetz aus – meine Nerven lagen blank. Eine Lösung musste her – ich bestellte weitere 24qm Netz, denn jetzt wollten wir die Terrasse komplett überdachen und jede noch so kleine Ritze stopfen.

Während wir im kalten Herbstwind Kabelbinder, Draht und Schnur kunstvoll und dekorativ um das Netz wickelten, nutzten unsere Räuber den unbeobachteten Moment und zerfetzten eine Packung mit Enten-Leckerlis. Dann besahen sie sich satt und höchst interessiert unser außergewöhnliches Werk auf der Terrasse, Tamy mit einem verachtungsvollen Blick in unsere Richtung.

Wir dagegen setzten uns tiefenentspannt auf das Sofa, hatten es warm und fühlten uns endlich sicher. :-)

Morgenrituale im Schlafzimmer

Ach, wie liebten wir fünf die Zeit am Morgen– und den genoss nicht nur ich unendlich. Hanki machte jeden Tag den Anfang. Er wollte gestreichelt werden und das ging lustigerweise meistens nur morgens zwischen 5.00 und 6.00 Uhr. Also aktivierte er mit dem passenden Morgensong den geduldigen Mucki. Gemeinsam sprangen sie aufs Bett, begrüßten mich stürmisch und forderten ihre Streicheleinheiten ein. Hanki lernte dabei durch Nachahmung. Wenn es Mucki toll fand, auf meiner Hüfte zu balancieren, wollte dies auch Hank versuchen. Bohrte sich Mucki unter dem Bettdeckenberg durch, wollte das Hank auch. Drückte Mucki seinen Kopf liebevoll an meinen Hals, hatte ich auch Hanks Kopf in meinem Gesicht. Es wuselte und schnurrte nur so um mich herum. Kann man sich eine schönere Weckzeremonie vorstellen?

Unsere Langschläfer-Mädels kamen immer mit etwas Verspätung, brachten sich ein Mäuschen oder ein klingelndes Bällchen mit und spielten einträglich um mein Bett herum. Irgendwann bestand auch Raspi auf ihre Streicheleinheit, sprang schnurrend ins Bett und quetschte sich zwischen die Jungs. Tamy fühlte sich dann schnell vernachlässigt und buhlte ebenfalls um meine Aufmerksamkeit. Sie sprang aufs Nachtkästchen und fing an, alles runterzuschmeißen, was ihr so zwischen die Pfoten kam. Irgendwann würde ich ihre Schatzkiste schon finden, in der sie meine Ohrstöpsel versteckte. Zufrieden war unsere Schönheit erst, wenn ich sie freundlich begrüßte und ihr zublinzelte.

In dem Moment, in dem ich meine Beine über die Bettkante schwang, ging ein Schreikonzert erster Güte los. Unter dem ohrenbetäubenden Krach schlurfte ich meinen bekannten Weg zu den Kratzbäumen, bewaffnet mit den Morgen-Breckies.

Auf ein Wort: Reizthema Katzenfutter

Ich war am verzweifeln – wirklich und wahrhaftig. Und ich kapierte es nicht! In den ersten Testwochen mit den verschiedensten Futterfirmen und Sorten fraßen unsere vier mit Begeisterung ALLES. Nie musste auch nur ein winziges Bröcklein weggeworfen werden. Nun erreichten wir seit drei Wochen die 2. Runde an gutem Katzenfutter und was war? Kategorisch und konsequent lehnten alle vier alle Sorten von allen Firmen mit hochwertigem Futter ab.

Sie wollten nur BOZITA und zwar ausschließlich ! Sie fasteten beharrlich bis zum Abend, fragten aber sicherlich 50 x mal Tag nach, wann sie endlich ihr Bozita bekämen. Wenn der Tetrapack endlich offen war, stürzten sie sich begeistert und hochzufrieden darauf und dachten sich »ENDLICH«!

Mit einer Packung am Tag wäre ich ja einverstanden, aber doch nicht ausschließlich . So einseitig wollten wir unsere vier definitiv nicht ernähren. Also recherchierte ich erneut im Internet und stieß auf ein weiteres, sehr hochwertiges Futter.

Ich war sehr gespannt! Die drei Probedosen lösten wahre Begeisterungsstürme bei unserem Quartett aus. Mit fiel ein Stein vom Herzen, denn damit konnte ich gut leben! Frohgemut bestellte ich eine größere Einheit an Dosen. Und was war? Entsetzen – Ablehnung - Fassungslosigkeit!

Ich war am Verzweifeln, mein Mann konnte das Katzengejammer und mein Geheule nicht mehr hören und stieg völlig aus dem Essensgeschäft aus. Konnte ich durchaus verstehen, aber was nun? Ich griff zu einem Trick. Verbanden die Katzen vielleicht mit dem Tetra Pack leckeres Essen und lehnten deshalb Futter in Dosen ab??? Im stillen Kämmerchen löffelte ich ein frisches Dosenfutter in einen Tetra Pack um. Vor ihren Augen füllte ich ihren Napf aus dem Tetra Pack auf. Kurzes Schnuffeln – vernichtender Blick – Ablehnung – weg waren sie!

WAS zum Henker war nur in Bozita drinnen, das Katzen so süchtig machte???

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