Kapitel 32: Schlimme Zeiten

November 2016

Ärger im Paradies


Leider muss ich, wenn auch nur in Kurzfassung, von schlimmen Zeiten berichten. Ich kehrte von meinem Urlaub in Südafrika zurück und traf auf 4 kranke Katzen. Irgendwie hatten wir uns Giardien eingefangen. Wer das schon mal erlebt hat, weiß, was dann folgt ...

Ich bin nun zumindest stolze Besitzerin von 2 Dampfreinigern und habe echt Muskeln in den Armen beim täglichen Katzenstreu-Geschleppe bekommen. Außerdem schickte ich täglich Stoßgebete gen Himmel, dass Waschmaschine, Spülmaschine und die Staubsauger den Wahnsinn überleben würden. Sie überlebten ... die Giardien zum Glück nicht! Nach 6 Wochen waren wir den Mist los.

Wem das Ganze allerdings gar nicht gut bekam, waren meine Miezen. Sie waren sehr gestresst und genervt. Hank hatte sich noch zusätzlich eine heftige Blasenentzündung eingefangen und war so geschockt vom Tierarztbesuch, dass er dort die Praxis auf den Kopf stellte. Nach seiner Rückkehr wurde er nicht liebevoll, wie erwartet, von den anderen empfangen, sondern noch zusätzlich nach Strich und Faden vermöbelt. Ich musste die Katzen trennen.

Hank verweigerte volle 6 Tage und Nächte das Essen, wurde schwächer und schwächer und ich hatte ihm keine großen Überlebenschancen gegeben. Mein Rettungsanker war eine Tierkommunikatorin, die es tatsächlich schaffte, ihn zum Essen zu bewegen. Fragt nicht, aber es funktioniert wirklich … !

Nach 2 Wochen ging es Hank wieder richtig gut, wir waren inzwischen gute Bettpartner geworden und er hatte großes Zutrauen in mich gewonnen. Dann öffnete ich die Türen und es flogen erneut die Fetzen! Bei Mucki brannten alle Sicherungen durch und er jagte Hank extrem aggressiv durch die Wohnung. Seitdem sind die Katzen voneinander getrennt. Der Stand nach 7 Wochen intensivem Training und einer Wagenladung Bachblüten ist nicht sonderlich erfreulich oder optimistisch.

Hank ist schnell panisch, knurrt und faucht, rennt davon. Tamy knurrt Hank an und verteilt Ohrfeigen an Mucki und Hank, verzieht sich ansonsten in möglichst hohe Schlafplätze. Raspi ist der Puffer unter den Katzen. Sie versucht zu vermitteln, versteht sich noch mit allen und wechselt die Seiten, so wie sie möchte. Sie leidet ohne Ende und ist inzwischen richtig erschöpft. Mucki versteht die Welt nicht mehr. Versucht lieb und nett zu sein, bis man ihm wieder vertraut und dreht urplötzlich ohne Vorwarnung oder sichtbaren Anlass durch.

Jetzt leben Hank und Raspi zusammen und Mucki und Tamy – getrennt durch eine Glastür. Mein tolles Katzenquartett gibt es nicht mehr. Bis jetzt waren sie autark, haben mich nicht gebraucht, da sie sich hatten. Nun brauchen sie mich ununterbrochen zum Schmusen, Trösten und Spielen. Die Stunden fließen durch meine Hände, die Arbeit bleibt liegen.  

Und ich erzähle nicht davon,

  • wie 4 Menschen Hank einen ganzen Tag in der Wohnung gesucht  und nicht gefunden haben.
  • wie Hank auf dem Lüftungsgitter hinterm Kühlschrank in 2,30 m Höhe saß
  • wie Tamy dieses Versteck auch ausprobieren wollte und mitsamt dem Gitter hinterm Kühlschrank in die Tiefe stürzte
  • dass ich schon eine Türphobie habe, da ich ständig Türen auf und wieder zu machen muss
  • dass ich panisch werde, wenn ich eine der Katzen nicht gleich finde
  • dass die Katzen nur noch zusammen sein können, wenn ich in Ruhe
  • zu Hause bin und permanent beobachten kann
  • wie die Mädchen den Jungs ihre Kratzer auf Nase und Kopf abschlecken
  • was es für ein organisatorischer Wahnsinn ist, die Katzen zum passenden Zeitpunkt wieder zu trennen
  • dass ich ungeheuer Angst davor habe, dass diese schreckliche Stimmung so bleibt und ich die Katzenfamilie nicht retten kann

Lösung: ein Catwalk  


Ich folgte dem Rat einer Tierpsychologin. Ressourcen ohne Ende mussten geschaffen werden. Fressplätze, Katzentoiletten, Spielsachen, Schlafplätze im Überfluss mussten her! Endlich konnte ich aktiv werden und plante und plante. Und das wurde daraus :-)

Und das sagen die Miezen dazu:

 
Nur Raspi hatte sich noch nicht auf den Catwalk gewagt ... nicht mal eine Stufe ... meine so sportliche Raspi. Ich habe noch keine Erklärung.

Und eine Katzenschaukel....


... musste her – denn Katzen lieben schaukeln. Meine Mutter und ich bastelten gut 2 Stunden, dann konnten wir den Miezen das gute Stück präsentieren.

To be continued ...

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