FIP

Felines Coronavirus (FCoV)

Das "normale" (nicht mutierte) Corona-Virus  kommt oft dort vor, wo viele Tiere auf engem Raum zusammen gehalten werden - z.B. bei Züchtern oder in Tierheimen.

Man geht davon aus dass etwa 50% aller in Deutschland lebenden Katzen schon mal mit dem felinen Coronavirus in Kontakt gekommen sind und daher Antikörper in sich tragen.

Manche Katzen entwickeln kurz nach der Infektion Durchfall oder haben Fieber, andere weisen gar keine Symptome auf. Wenn die Immunabwehr das Virus eliminiert hat klingen die Syptome wieder ab. Etwa ein drittel der infizierten Katzen scheiden den Erreger einige Monate oder sogar lebenslang aus.

Das Virus wird über den Kot ausgeschieden und eine Ansteckung erfolgt meist über Mund und Nase. In angetrocknetem Kot kann das FcoV bei Raumtemperatur bis zu sieben Wochen überleben, somit ist eine Ansteckung auch über Kleidung, Gegenstände oder Hände möglich.

Mit den gengigen Desinfektionsmitteln oder heißem Wasser (Dampfreiniger) kann das Virus abgetötet werden.

Je öfter eine Katze Kontakt zu dem Virus hat und je höher die Virusmenge ist, desto höher ist das Risiko einer Mutation. Auch Stress, Cortison oder bestehende Krankheiten wie FIV oder Leukose begünstigen die Mutation des "normalen" Corona-Virus, so dass es zu einer tödlich verlaufenden Krankheit für Katzen, der FIP, kommen kann.

Wichtig zu wissen ist dass der mutierte Virus nicht ausgeschieden wird sondern nur der "normale" Durchfall-Virus FCoV.

Feline infektiöse Peritonitis

Normalerweise ist das Immunsystem in der Lage die Virusvermehrung zu verhindern, nur bei ungefähr 5 % der Tiere kommt es durch Mutation der Viren zu einer Bildung von FIP. Dies kann auch noch nach Jahren der eigentlichen Infektion geschehen.

Junge Katzen (im Alter bis zu ca. 5 Jahren) und Seniormiezen (ab einem Alter von ca. 14 Jahren) erkranken häufiger an FIP.

Man unterscheidet drei unterschiedliche Verlaufsformen: die feuchte Form der FIP, die trockene und als drittes noch die gemischte Form. Als Symptome gelten bei allen drei Formen neurologische Ausfälle wie Kopfzittern, Fressunlust, mäßiges Fieber, Vermehrung von Leukozyten und Ergüsse in Bauch- und Brusthöhle.

Typisch für die feuchte Form der FIP ist ein stark anschwellender Bauch der Katze, welcher durch Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum oder im Brustkorb entsteht. Durch Punktion der Bauchhöhle kann bei einer fortgeschrittenen Erkrankung eine nahezu eindeutige Diagnose darstellen. Die feuchte FIP ist die häufigste Form und zeichnet etwa 75% aller FIP-Erkrankungen aus.

Bei der trockenen Form der FIP entstehen Knötchen an einer Reihe von Organen, besonders in Bauchraum, Darmlymphknoten, Nervenzellen und dem Auge. Diese Form ist oftmals noch unklarer zu diagnostizieren und macht ca. 17% der FIP-Erkrankungen aus.

Ein FIP-Test ist ein Test auf Antikörper gegen das Coronavirus im Blut. Da man zwischen dem "normalen" und dem "mutierten" Virus nicht unterscheiden kann ist mit diesem Test leider keine eindeutige Diagnose möglich.

Punkte die eine Diagnose auf FIP erhärten sind Abweichungen im Blutbild (insbesondere der Eiweißfranktion), der Nachweis von Makrophagen im Punktat aus der Brusthöhle oder das Durchführen der sogenannten Rivalta Probe (spezielle Untersuchung des Punktats aus der Brusthöhle).

Einen eindeutigen FIP-Test gibt es nicht!

Ein positiver Test kann bedeuten dass eine Katze

  • eine Infektion mit dem Corona-Virus durchlaufen und überwunden hat und noch Antikörper in sich trägt und keinen Virus - diese Katze ist nicht ansteckend.
  • eine harmlose Coronavirus-Infektion hat - diese Katze kann ansteckend sein.
  • eine FIP hat - diese Katze kann ansteckend sein.
  • gegen FIP geimpft wurde - diese Katze ist nicht ansteckend.

Ein negativer Test kann bedeuten dass eine Katze

  • FIP im Endstadium hat (keine Antikörper im Blut) - diese Katze kann ansteckend sein.
  • gesund ist - diese Katze ist nicht ansteckend.

Die sog. "FIP-Impfung" wird zwischenzeitlich kontrovers diskutiert. Sie erfolgt über die Nase und nur wenn die Katze noch nie in ihrem Leben Kontakt mit dem Coronavirus hatte, kann sie einen Nutzen bringen.

 

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