Katzenpflanzen (Katzenminze, Katzengras und Co.)

Katzenspaß, nicht nur mit Katzengras

Katzengras kennt ja fast jeder stolze Eigentümer eine Samtpfote, aber haben Sie schon von Katzengamander oder Matatabi gehört? – Im Folgenden wollen wir einige Katzenpflanzen vorstellen und ein paar Tipps geben, worauf Sie beim Kauf geeigneter Katzenpflanzen achten können.

Die lateinischen/wissenschaftlichen Namen sollen Ihnen eine Hilfestellung sein, damit Sie bei Bedarf genau DIE Katzenpflanze bekommen, die Sie wollten, denn Begriffe wie »Katzenminze« werden umgangssprachlich / im Handel für ganz verschiedene Sorten verwendet. Dies kann zu einem ärgerlichen Fehlkauf führen. So hat z.B. die Katzenminze »Grog« einen zitrusähnlichen Duft, der auf Katzen abschreckend wirkt. Übrigens: Die Angaben zur Wuchshöhe sind nur ungefähr und weichen bei unterschiedlichen Quellen oft ab.

Katzengras

Unter diesem Namen versteht man völlig verschiedene grasähnliche Pflanzen, die von Katzen gerne gefressen werden. Achtung! Auch wenn im Handel eine Pflanze explizit für Katzen ausgewiesen ist, achten Sie bitte darauf, dass solche Gewächse keine scharfkantigen Blätter oder sonstige Bestandteile aufweisen, die beim Verschlucken Verletzungen hervorrufen können.

Wozu brauchen Katzen überhaupt Katzengras?

  • Katzen putzen sich ständig über den Tag verteilt. Dabei nehmen Sie Haare auf, die sie verschlucken. Damit das Verdauungssystem diese wieder einfacher loswird, knabbern Katzen instinktiv gerne Grashalme ab, die die Ausscheidung der Haare (durch Auswürgen oder durch Bindung im Magen) begünstigen und eine Verstopfung (bzw. einen Darmverschluss) verhindern.
  • Als Nahrungsergänzung: Über das Gras nehmen die Katzen das wasserlösliche Vitamin Folsäure auf, das für die Blutbildung der Katze wichtig ist. Folsäure ist in der (natürlichen, aus Beutetieren bestehenden) Nahrung von Katzen kaum enthalten, deshalb ist Katzengras eine wichtige Vorbeugung gegen Blutarmut (Anämie). Mit den gängigen Futtermitteln erhalten Hauskatzen jedoch i.d.R. eine ausreichende Dosis an Folsäure. Am Katzengras hat sie bestimmt trotzdem Freude.
  • Katzen, die in der Wohnung leben und keine Möglichkeit haben sich draußen an grasartigen Pflanzen gütlich zu tun, weichen häufig auf die nicht für Katzen geeigneten Grünpflanzen in der Wohnung aus. Dies kann schlimm enden, manchen »ganz gewöhnliche« Zierpflanzen sind für Katzen stark bis tödlich giftig (→ vgl. unseren Hinweise zu giftigen Pflanzen) und außerdem mit Dünger und Pflanzenschutzmitteln behandelt.
  • Katzen haben einfach Spaß daran, die Halme abzuknabbern oder damit zu spielen. Katzengras ist eine gute Beschäftigung, gerade für Wohnungskatzen.

Welche Arten von »Katzengras« gibt es?

  • → Die Empfehlung: Der Austrieb von Getreidesorten wie Weizen, Gerste oder Hafer

    Diese sind sehr empfehlenswert, da die Gräser weich sind und unbedenklich von der Katze verzehrt werden können.

    Wenn man nicht einen Topf mit vorgezogenen Pflanzen kaufen und lieber etwas Geld sparen will, kann man Mischungen von  Katzengrassamen in fast allen Zooläden, bzw. Onlineshops für Zoobedarf erwerben.

  • Zwerg-Zyperngras (Cyperus alternifolius »Nana«)
    Auch wenn es sehr häufig als Katzengras im Handel angeboten wird, ist es leider nur bedingt zu empfehlen. Es ist ziemlich hart und hat zudem scharfkantige Blätter. Sollte Ihre Katze nach dem Verzehr nicht mehr fressen, häufig würgen, sich die Nase reiben, niesen oder matt wirken, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen!

  • Zimmer- bzw. Zwergbambus, auch Seychellengras genannt (Pogonatherum paniceum)
    Leider auch nur bedingt zu empfehlen, da er mehr als Zierpflanze angeboten wird und dann oft gespritzt ist. Falls man keinen unbehandelten Bambus bekommen kann und ihn verwenden möchte, muss man ihn gründlich abwaschen und darf ihn erst nach etwa 3 Wochen der Katze angebieten, wenn sich die Spritzmittel abgebaut haben. Junge Schößlinge des Zwergbambus sind ungeeignet, da diese Giftstoffe enthalten.

  • Grünlilie (Chlorophytum comosum)
    Die Grünlilie ebenfalls nur bedingt zu empfehlen, da sie Giftstoffe aus der Luft filtert und speichert (besonders problematisch in Raucherhaushalten, hier kann es im Extremfall sogar zu einer Nikotinvergiftung kommen).

  • Alternative
    Wenn eine Katze einfach kein Grünzeug mag, keine Zähne mehr hat oder in Katzengras eher ein Objekt sieht, das zerlegt und in der Wohnung verteilt werden muss, lässt sie sich bestimmt gern alternativ eine Portion Malzpaste schmecken.

Katzenminze (Nepeta cataria u.a.)

Bei der Katzenminze (auch unter dem englischen Begriff »Catnip« bekannt) handelt es sich um eine 250 Arten umfassende Gattung, deshalb wird im Folgenden nur auf ein paar relevante Sorten eingegangen.

Herkunft

Mittelmeerraum, aber auch Asien und Nordafrika.

Aussehen

Während die sog. »echte« Katzenminze (Nepeta cataria) vom Aussehen stark an eine Brennnessel erinnert wachsen andere Gattungen krautig, manche eher am Boden kriechend, andere straff aufrecht. Die Blütenfarben variieren von (am häufigsten) lila über weiß bis rosa.

Kultur

Die Katzenminze wird aufgrund ihres dekorativen Wertes gern als Rosenbegleitstaude eingesetzt, sie ist winterhart und recht anspruchslos. Sie gedeiht am besten in der Sonne, aber auch ganz passabel im Halbschatten. Auch in Töpfen auf sonnigen Balkon oder Terrasse wächst sie gut. In der Wohnung ist sie weniger zu empfehlen, sie wird aufgrund fehlender Lichtausbeute eher mickrig bleiben. Zudem wirft sie häufig Blütenteile und Blätter ab, sie bröselt also stark.

Für die Katz‘...
Die Meinungen, welche Sorten Katzen am liebsten mögen, weichen stark voneinander ab. In jedem Fall enthält die Katzenminze Neptalactone. Diese ähneln Sexuallockstoffen, die im Katzenurin vorkommen. Insofern ist es kein Wunder, dass sich unsere Miezen darin gerne wälzen, versuchen, ihre Mundwinkel daran zu reiben oder die Blätter fressen (was übrigens völlig unbedenklich ist). Außerdem wird der Spieltrieb angeregt. Der pheromonähnlichen Stoff hat neben der berauschenden, aber auch eine beruhigende, entspannende Wirkung. Deshalb beginnen manche Katzen beim Geruch von Katzenminze zu schnurren.

Die Verwandtschaft mit einem Sexuallockstoff ist übrigens auch der Grund, warum junge Kätzchen oder ältere Tiere sich manchmal gar nicht für Katzenminze interessieren. Überhaupt nimmt man an, dass nur etwa die Hälfte aller Katzen auf Katzenminze »abfahren«, was aller Vermutung nach genetisch bedingt ist.

Auswahl gängiger Sorten

»Kleine« Katzenminze (Nepeta fassenii veg.)

Blütenfarbe: lila
Wuchsform: krautig, polsterbildend
Wuchshöhe ca.: 30 cm

»Six Hills Giant« (Nepeta fassenii »Six Hills Giant«)

Blütenfarbe: buschig
Wuchshöhe ca.: 60cm

»Weißblühende« Katzenminze (Nepeta x fassenii »Alba«)

Blütenfarbe: weiß
Wuchsform: krautig, polsterbildend
Wuchshöhe ca.: 35 cm

»Echte« Katzenminze (Nepeta cataria)
Blütenfarbe: weiß-rosa
Wuchsform: aufrecht, ähnelt einer Brennnessel
Wuchshöhe ca.: 120 cm

Kaschmirminze (Nepeta nervosa) »Pink Cat« bzw. »Blue Cat«

Blütenfarbe: rosa bzw. lila
Wuchsform: aufrecht,

Wuchshöhe ca.: 40 cm

Nepeta racemosa »Superba«

Blütenfarbe: lila
Wuchsform: relativ kompakt, aufrecht
Wuchshöhe: 45 cm

Pannonische Katzenminze (Nepeta nuda)

Blütenfarbe: rosa
Wuchsform: aufrecht
Wuchshöhe: 110 cm

Großblütige Katzenminze (Nepeta grandiflora) »Dawn to Dusk«

Blütenfarbe: rosa
Wuchsform: aufrecht
Wuchshöhe: 80cm

Die besten persönlichen Erfahrungen hat die Autorin bei ihren 6 Katzen übrigens mit Sorten der Nepeta fassenii gemacht:

   

Abgrenzung nicht geeigneter »Katzenminzen« / anderer Gattungen
Zitronige Katzenminze (Nepeta fassenii »Grog«)

Wirkt aufgrund ihres zitrusähnlichen Geruchs auf Katzen eher abschreckend.

Japanische Katzenminze (Schizonepeta tenuifolia)

Wie man am wissenschaftlichen Namen bereits erkennt, handelt es sich nicht um eine Pflanze der Gattung »Nepeta« und enthält somit kein für Katzen attraktives Neptalacton.

Altai Katzenminze (Schizonepeta kokanica)

→ Siehe »Japanische Katzenminze«.

Anwendung in der Humanmedizin
Schon Hildegard von Bingen kannte die Nepeta cataria als Mittel gegen Blähungen und Magenbeschwerden, zur Wundreinigung und als Harn und Schweiß treibendes Mittel. Katzenminze wirkt außerdem gegen Infekte. Als Tee entfaltet sie eine beruhigende und Schlaf fördernde Wirkung.

Trivia

Die Katzenminze war »Staude des Jahres« 2010.

Links zu weiterführenden Informationen & Bezugsquellen

Katzengamander, auch Amberkraut genannt (Teucrium marum)

Herkunft
Westlichen Mittelmeergebiet und Kroatien.

Aussehen / Geschmack

Katzengamander ähnelt dem Thymian. Er hat winzige Blätter und kleine weiße oder rosafarbene Blüten und erreicht eine Wuchshöhe bis ca. 30 cm.

Kultur

Diese Art des Gamanders wächst in seinen Herkunftsländern gern auf sonst unfruchtbaren, sonnigen Plätzen. Trotzdem ist er bei uns in Deutschland i.d.R. winterhart und eignet sich am besten für einen Steingarten, aber auch in normaler Gartenerde fühlt er sich ganz wohl. Er kann auch prima auf dem Balkon in einen Topf gepflanzt werden. Er ist sehr hitzeresistent. Innerhalb einer Wohnung wird der Katzengamander aber mangels Licht eher verkümmern.

Für die Katz‘...

Katzen wälzen sich sehr gerne auf ihm, um sich an seinen Inhaltsstoffen Dolichodial und Teumarin zu berauschen. Gern wird er auch angeknabbert, dabei sabbern manche Katzen vor Wonne.

Getrocknete Blätter des Katzengamanders verlieren übrigens nicht ihren Reiz auf Katzen, man kann ihn also auch ernten und trocknen.

Anwendung in der Humanmedizin

Katzengamander ist auch für Menschen genießbar, sein Geruch und sein Geschmack sind sehr intensiv, da er ätherische Öle enthält. Als »lecker« würde man ihn aber nicht direkt bezeichnen. Jedoch hilft er gegen Entzündungen im Nasen- und Rachenraum bzw. Erkältungskrankheiten generell. Bei homöopathischer Anwendung wirkt er angeblich auch gegen Schluckauf.

Links zu weiterführenden Informationen & Bezugsquellen

Matatabi (Actinidia polygama)

Herkunft / Aussehen / Kultur

Matatabi wird häufig mit dem englischen Begriff »Silvervine« oder auch als »Japanese Catnip« bezeichnet. Die Pflanze stammt aus Japan, China oder Korea. Die Bezeichnung »Matatabi« kommt aus dem Japanischen. Der englische Begriff »Silvervine« (Silberrebe) leitet sich hingegen davon ab, dass die »männlichen« Pflanzen eine silbrig-weißen Blattfärbung aufweisen

Matatabi ist in Asien schon lange in Gebrauch, aber unter deutschen Katzenliebhabern noch wenig bekannt. Tatsächlich handelt es sich um eine wilde Verwandte der Kiwipflanze. Die Früchte sind jedoch nicht gut zum Verzehr geeignet, sie sind bitter. Zudem ist die Matatabi »zweihäusig«, das bedeutet man braucht eine »männliche« Pflanze und eine »weibliche« Pflanze, damit es mit der Bestäubung klappt. Da die Matatabi eine bis zu 5 Meter hohe Schlingpflanze ist, scheint dies auch für Gartenbesitzer nicht sehr gewinnbringend.

Für die Katz‘...

Angeblich ist Matatabi die Entdeckung als Katzendroge schlechthin. Sogar Katzen, die andere Katzenkräuter verschmähen lieben diese Pflanze, da diese gleich einige verschiedene Duftstoffe (Actinidin, Dihydronepetalacton, Iridomyrmecin, Matatabilacton, Neonepetalacton und Nepetalacton) enthält, die Stubentiger wuschig machen. Zudem sind alle Pflanzenteile der Matatabi für Katzen anziehend, da die Duftstoffe über ein ätherisches Öl auch in Wurzeln und Trieben vorkommen. Somit kann man nicht nur die Blätter frisch bzw. getrocknet, sondern auch die holzigen Stiele (inklusive der Rinde) als Kaustöckchen verwenden.

Der Verzehr von Teilen der Pflanze ist für die Katze übrigens vollkommen unbedenklich. Maximal tritt eine beruhigende Wirkung durch die enthaltenen ätherischen Öle auf.

Auch Suchtgefahr besteht übrigens nicht, die sog. »Katzenminzereaktion« vergeht nach ca. 30 Minuten von selbst, danach dauert es einige Stunden, bis der Organismus der Katze wieder auf den Duftcocktail anspringt. Und außerdem reagiert (wie bei den anderen Katzenkräutern auch) nicht jeder Stubentiger auf diese Pflanze, Alter und genetische Faktoren scheinen auch hier eine Rolle zu spielen.

Baldrian (Valeriana officinalis)

Herkunft

Er stammt ursprünglich aus Europa, Russland und Asien. Da er eine hohe Anpassungsfähigkeit an Standort, Boden und Klima hat, hat er sich inzwischen aber weltweit verbreitet. Man zählt bis heute bereits 150 verschiedene Baldrian-Arten.

Aussehen

Die Blüten sind weiß bis rosa. Er erreicht eine Höhe von bis zu 2 Metern.

Kultur

Nur zu starke Trockenheit verträgt er nicht, er bevorzugt sonnige bis halbschattige Lagen. Baldrian ist winterhart.

Für die Katz‘...

Dass Miezen beim Geruch von Baldrian buchstäblich abgehen können »wie Schmitz' Katze« ist zwar bekannt. Ob es Sinn allerdings macht, sich diese Pflanze für Zuhause zu besorgen, ist fraglich, denn die relevanten Alkaloide und vor allem ätherische Öle  sitzen in den Wurzeln. Zwar können Sie die nicht gerade kleine Pflanze im Garten kultivieren und, bevorzugt im Frühling oder Herbst, die Wurzeln ernten, ob man jedoch immer wieder den Boden aufreißen möchte und ob einem die Pflanze optisch zusagt, ist Geschmackssache.

Insofern ist es vielleicht einfacher auf fertige Präparate aus dem Fachhandel zurück zu greifen. Baldrian wird oft in flüssiger Form angeboten und kann zum Beduften von Spielzeugen, Liegepätzen u.ä. genutzt werden.

Anwendung in der Humanmedizin

Baldrian wirkt beruhigend, schlaffördernd und krampflösend, er wird u.a. auch bei Magen- und Darmkrämpfen und Migräne eingesetzt.

Links zu weiterführenden Informationen & Bezugsquellen

Tipps zu Kauf und Pflege von Katzenpflanzen

Bitte achten Sie unbedingt beim Kauf darauf, dass es sich nicht nur um die richtige Pflanze handelt, sondern dass diese Pflanzen explizit für den Verzehr durch Katzen ausgewiesen sind. Reine Zierpflanzen können stark gedüngt oder auch mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sein!

Falls Sie Katzenkräuter neu im Garten eingesetzt haben, sollten Sie ggf. die Pflanzen anfangs etwas schützen bis sie eingewachsen und robust genug sind. Sonst macht der Tiger die Pflänzchen vor lauter Begeisterung evtl. im wörtlichen Sinne »platt«. Sich im Wohlgeruch bzw. auf der wohlriechenden Pflanze zu wälzen, ist ja schließlich das höchste Vergnügen für unsere Samtpfoten.

EXKURS: Vorsicht! Giftig für Katzen

Nicht alles, was der Schmusetiger gerne anknabbern möchte, tut ihm auch gut. Deshalb sollte man gerade bei einer neuen Katze im Haushalt sehr darauf achten, ob diese sich am Grünzeug vergreift.

Auch ist zu beachten, dass die Stoffe, die für Hunde oder Katzen giftig sind, sich durchaus unterscheiden können. Was für einen Hund nicht schädlich ist, kann für eine Katze gefährlich sein. Eine Übersicht, welche Pflanzen Sie unbedingt außer Reichweite Ihrer Katzen bringen sollten, falls diese daran Interesse zeigen, finden Sie hier.

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