Bommel - August 2016

Wenn Du bei Nacht den Himmel anschaust
 
Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein,
als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache,
du allein wirst Sterne haben, die lachen können.
 
Wenn du dich getröstet hast (man tröstet sich immer),
wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.
Du wirst immer mein Freund sein,
und deine Freunde werden erstaunt sein,
wenn sie sehen, daß du den Himmel anblickst und lachst.

Antoine de Saint-Exupéry


Mein Bommelchen,

als ich vor knapp 3,5 Jahren deinen Steckbrief las, trieb es mir die Tränen in die Augen. Wie kann man einen so stattlichen und schönen Kater wie dich nur so behandeln. Warum schenkte man dir keine Liebe und Aufmerksamkeit? Warum waren Streicheleinheiten ein Fremdwort für dich? Das hattest du nicht verdient und so rief ich kurzerhand bei der Pfotenrettung an um dir ein neues zu Hause zu ermöglichen und dir zu zeigen, dass man keine Angst vor Menschen haben muss und dass das Leben durchaus schön sein kann.

Bei deinem Einzug warst du ein verängstigtes Häufchen Elend, welches sich auf die Breite der Transportbox in der hintersten Ecke zusammenquetschte. Ich habe mich immer wieder zu dir gesetzt und mit dir gesprochen. Du tatst mir so leid, dass ich wieder Tränen in die Augen bekam. Ich meinte es doch nur gut mit dir und wollte helfen… Nach ein paar Tagen begannst du mutiger zu werden und die Box zu verlassen. Schnell freundetest du dich mit Timon und Pumba an und wurdest zu einem absoluten Traumkater und Herzensbrecher.

Du hattest immer deinen eigenen Kopf und wusstest genau, dass man ein NEIN durchaus ignorieren kann und man dir eh nicht lange böse sein konnte. Einmal um die Beine gestrichen und ein bisschen gequatscht und schon hattest du einen wieder um die Kralle gewickelt. Wenn ich mit einer Decke auf der Couch saß war es für dich selbstverständlich, dass du deine eigene Ecke Decke bekamst und anschließend ausgiebig gekrault wurdest. Es war kaum zu glauben, dass du dich anfangs lieber versteckt hättest, statt ein paar Streicheleinheiten einzufordern. Du warst generell eher ein ruhiger Vertreter. Auf dem Kratzbaum dösend hast du dir 3x überlegt, ob es sich lohnt runterzukommen oder sich zu bewegen. Aber wehe der Laserpointer wurde zum Spielen genutzt oder wir hatten eine Fliege in der Wohnung. Da galt für dich „er tut jeder Fliege etwas zu leide“. Wenn ich nachts aufstand um Julians Flasche zu machen und Timon und Pumba mir um die Füße liefen, bliebst du auf dem Kratzbaum liegen und schautest wenn überhaupt nur mal kurz mit einem Auge, als wolltest du sagen „lass mich in Ruhe, das ist noch nicht meine Zeit.“ Oder du lagst auf dem Kratzbaum und hattest deine Stirn auf dem Rand abgelegt als wolltest du sagen „das Elend kann ich mir nicht mit ansehen“.

Jeder Besucher wurde eher mehr als weniger penetrant darauf aufmerksam gemacht, dass du gerne gestreichelt werden wolltest. Vor dem Heimweg musste sich jeder erst einmal die Hosenbeine „Enthaaren“. Es gäbe noch soooo viel über dich zu erzählen…

Wie zu Beginn unserer Geschichte habe ich nun wieder Tränen in den Augen, denn du bist nicht mehr da. Durch tragische Umstände hast du uns absolut unerwartet und viel zu früh verlassen. Es macht uns unendlich traurig dich nicht mehr quatschen zu hören, dich nicht mehr streicheln oder mit dir spielen zu können. Wir hoffen, dass es dir dort wo du nun bist, gut geht und du die Zeit mit uns nicht vergisst. Wir werden dich nie vergessen und, wenn die Tränen getrocknet sind, zu den Sternen aufblicken und lachen!

Du fehlst uns von ganzem Herzen.

Sarah, Stephan, Julian, Timon und Pumba

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