Kapitel 14: Einbrecher und Diebe

10. September 2014

Einfach nur süß!

Hochsicherheitsgefängnis und Katzenklappe | Teil 2

Ich denke, es ist überaus verständlich, dass wir in den nächsten Tagen nach Tamys Ausbruch in Hab-Acht-Stellung waren. Alle vier benutzten inzwischen die Klappe völlig selbstverständlich und testeten sie ausgiebig. Unser Kommando hieß »Tamy in - Mucki out - Hanki out - Tamy out, Raspi in ... «! Es war eine Herausforderung , da den Überblick nicht zu verlieren. Sobald sich Tamy durch die Tür davonmachte, stoppte der Fernsehfilm und mein Mann und ich sprangen im Wechsel hoch, um jeden Schritt der Meisterausbrecherin zu beobachten. So konnte ein Film auch schon mal knapp drei Stunden dauern, aber wir hatten unser Sportprogramm absolviert. :-)

Tamy machte sich sichtbar einen Spaß draus, da sie schon längst kapiert hatte, dass wir den Zirkus nur wegen ihr veranstalten. Den anderen trauten wir einen Ausbruch eigentlich nicht zu. Täuschten wir uns da?

Slow motion

Es konnte donnern, eine Tür zufallen oder die Waschmaschine oder der Staubsauger laufen – das war alles kein Problem für unsere Miezen. Aber wenn wir uns bewegten, eine zu schnelle Armbewegung machten oder zu rasch aufstanden, dann war Feuer unterm Dach. Die Katzen riss es aus dem Tiefschlaf und sie stoben in alle Richtungen davon.

Daher hatten wir uns eine schlurfende, gemächliche Bewegungs- und Gangart angeeignet, die große Besorgnis bei unseren Freunden hervorrief. Während eines Besuchs bei uns wurden wir intensiv nach unseren schmerzenden Gliedern befragt :-).

Einbrecher – Diebe – Räuber!!!

Nach Breckies und Bonbons jeder Art waren vor allem unsere Mädels süchtig. Mehrmals am Tag fragten sie nach, ob wir denn nicht noch eine Leckerei hätten. Tamy war inzwischen sogar so mutig, dass sie mir die Bonbons aus der Hand schlug – ein erster Körperkontakt war nach elf Wochen damit hergestellt! :-)

Aber die von uns zugeteilten Mengen schienen ihnen nicht zu reichen, denn nachts raschelte die Breckies-Tüte in der Küche. Auch die Bonbons hatten ein gefährliches Leben und wurden schnell Opfer von den beiden gefräßigen und überaus geschickten Mädels. Keine Verpackung, keine Kiste war sicher vor den Panzerknackerinnen. Inzwischen lagern die Breckies im Tresor hinter Stacheldraht.

Eine sehr spezielle Katze – unsere Tamy

Noch nie in unserem Leben hatten wir es mit einer hochbegabten Katze zu tun gehabt. Wir wussten nicht einmal, dass es so was gibt. Immer wieder kam es zu Situationen, in denen wir einfach nur staunen konnten, wie so ein kleines Katzenhirn planvoll vorgehen konnte. Hier ein paar Beispiele:

  • Tamy liebte Breckies über alles! Morgens und abends verteilten wir die Leckerlis in den Kratzbäumen, um sie ein bisschen zu beschäftigen. Während die drei anderen sich um die Breckies im ersten Kratzbaum rauften, wartete Tamy in der Nähe des 2. Kratzbaumes geduldig ab. Sie wusste, dass auch da die leckeren Breckies versteckt werden würden. In aller Seelenruhe sprang sie dann allein und ungestört die verschiedenen Etagen ab, erschnüffelte sich die verschiedenen Verstecke und schlug sich den Bauch voll. Einfach clever!
  • Und schon wieder geht es uns Essen: Es gelang ihr mit ihrer ganz eigenen, immer heiseren Sprache und mit geschicktem Anschieben einen äußerst unwilligen und trägen Mucki Richtung Küche zu bewegen, denn ein Besuch allein bei den Fressnäpfen kam für sie nicht in Frage.
  • Tamy liebte inzwischen auch alle rollenden Bällchen und Mäuse, die sie gerne quer durch die Wohnung schoss. Sammelten wir die Bälle und Mäuse zu Aufräum- und Saugzwecken in der Hängematte eines Kratzbaums, wurde sie unruhig. Sie lief zum Kratzbaum, stemmte sich hoch und fischte mit ihrer Pfote ihre Lieblingsspielzeuge heraus. Es war ein mühsames Geschäft – das fand sie wohl auch. Tamy setzte sich hin und überlegte. Dann krabbelte sie unter die Hängematte und mit einem wohl platzierten Hieb haute sie von unten gegen die Hängematte. Es regnete in einem hohen Bogen Bällchen und Spielmäuse. Beeindruckt von dem wohl nicht so erwarteten Erfolg saß sie ein wenig verblüfft da.
  • Wenn sie genug mit ihren Lieblingsmäusen gespielt hatte, versteckte sie sie gerne in einem unbeobachteten Moment im Blumentopf. Dem Rest der Katzenbande gönnte sie ihre Spezialmäuse nämlich nicht. Nach ein paar Stunden erblühte ihr Spieltrieb erneut und sie fischte sich zielstrebig ihre Maus aus dem Topf.

Thema Zutraulichkeit

Wir machten Fortschritte – eindeutig und erkennbar! Denn unsere Miezen stellten fest, dass Menschen schon auch ganz nett sein können und dass Schmusen und gestreichelt werden Spaß macht. Wenn ich auf dem Sofa saß, fanden sich immer öfter die Miezen rund um mich ein. Sie suchten meine Nähe und das machte mich mehr als glücklich! Auch meine Beine unter der Decke waren höchst interessant. In wechselnder Belegschaft wurden diese okkupiert. Selbst Tamy kam manchmal und setzte sich dazu. Meist mit Mucki als Schutzschild dazwischen.

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