Kapitel 16: Die fliegende Katze

12. Oktober 2014

Vorher ... nachher ... :-)

 

Das ultimative Spiel – der »Catcharmer« ... oder die fliegende Katze

Ein wirklich unglaubliches Spielzeug! Mit dicker Warnung auf der angehängten Information: »Der Catcharmer sorgt für riesigen, interaktiven Spielspaß bei Mensch und Tier und trifft bei Katzen aller Altersstufen auf große Begeisterung. Das Spielzeug sollte jedoch nicht unbeaufsichtigt sein, da die Katzen sehr aggressiv werden können."

Aggressiv? Die Untertreibung des Jahres! Wir haben einen Junkie zu Hause – wirklich und wahrhaftig! Raspi verlor beim Spielen völlig den Verstand, wurde hysterisch und forderte unzählige Male eine weitere Spielrunde ein, bis sie hechelnd und völlig fertig in der Ecke lag. Erst dann durften wir uns trauen, das Fleeceband wieder einzurollen und den Catcharmer katzensicher auf dem Schrank zu verstecken. Inzwischen besprang sie vor lauter Gier nach ihrem Lieblingsspielzeug mit so einem Schwung den Stuhl vor dem Schrank, dass er nun schon mehrfach umkippte.

Nach ein paar Tagen hatte Raspi auch die anderen mit ihrer Sucht angesteckt. Sie fanden sich gemeinschaftlich rund um meinen Mann ein, wenn eine neue Spielrunde eröffnet wurde

Es begann harmlos, aber dann ... aber dann ...

... landete Raspi unsanft auf Muckis Kopf ... er trug es mit Fassung ... :-)

Nächtliche Bedürfnisse

Oh nein, Mist! Ich musste auf die Toilette. Halber Blick zur Uhr. 3.35 Uhr! Das half wohl nichts. So leise, wie es mir möglich war, schlich ich die drei Meter ins Badezimmer.

RUMPS – die erste Katze war vom Kratzbaum gesprungen und im Anmarsch. Mucki – er bekam zwar seine Augen noch gar nicht auf, aber mit hoch aufgerichtetem Schwanz kam er schnell daher getrippelt. Schnelles Streicheln, leises Flüstern! RUMMMS - die 2. Katze kam, das war Raspi. BITTE, Raspi, NICHT schreien – pssssst – wir wollen noch schlafen!

Keine Chance – Heulboje Raspi kreischte ohrenbetäubend los! SPIELEN, STREICHELN, AUFMERKSAMKEIT!!!

Inzwischen waren auch Tamy und Hank aufgetaucht – wie immer lautlos – alle 4, na prima!

Seufzend machte ich mich auf den Rückweg zu meinem Bett, das inzwischen schon von den Katzen besetzt war. Wie kriecht man wieder unter seine Bettdecke, wenn es da nur so schnurrt und wuselt??? Eine Mammutaufgabe, das kann ich versichern!

Wenn wir alle ein Plätzchen gefunden hatten, kehrte wieder Ruhe ein. Nach nur kurzer Zeit jedoch hatten sie Sehnsucht nach ihren kuscheligen Schlafplätzen auf den Kratzbäumen und sie verzogen sich gemeinschaftlich ins Wohnzimmer. Mein Bett gehörte mir wieder allein :-)

Rudelführer?

Oft wurden wir gefragt, wer der Chef in unserem Quartett war. Wir beobachteten viel und konnten uns lange nicht wirklich entscheiden. Aber nun kristallisierte sich langsam heraus, dass Mucki, der ja ein halbes Jahr älter war, die Hosen anhatte.

Denn es gab Streit in unserem »Dreamteam« – v.a. zwischen den Jungs, die nun doch die Rangordnung klären mussten. Hanki – im Sturm- und Drangalter - wollte es wissen und testete, wie weit er bei Mucki gehen konnte. Er war manchmal derart aufdringlich und nervig, dass selbst der toleranteste Kater der Welt die Schnauze voll hatte. Hanki steckte immer wieder Schläge und Bisse ein, wenn er es nicht lassen konnte, Mucki zu drangsalieren.

Es fiel uns nicht leicht, wegzuschauen und uns nicht einzumischen, wenn Muckis Schwanz hin und her peitschte und die Zwei ineinander verkeilt mit angelegten Ohren über den Boden kugelten. Auch die Mädchen hielten sich zurück und beobachteten gespannt das Gerangel. Wenn es Hank verstanden hatte, wer hier das Sagen hatte, verzogen sich die Jungs zu ihren Schlafplätzen und es kehrte sofort wieder Frieden ein.

Auch Raspi wurde von Mucki immer mehr erzogen, wenn sie ihre Schreiattacken hatte und uns wegen ihrer Spielsucht nervte. Dann maunzte er sie streng an und biss ihr auch mal in den Nacken. Erstaunlicher Weise war dann auch wirklich Ruhe – wenigstens eine kurze Zeit.

Bei Tamy machte Mucki allerdings viele Ausnahmen. Sie brauchte nach wie vor oft Muckis Hilfe und Unterstützung, um ihren Alltag zu meistern. Denn ohne ihren Bodyguard ging sie nur ungern zu den Fressnäpfen oder auf die Toilette. Sie durfte ihn jederzeit stören, ohne mit Sanktionen rechnen zu müssen.

Mitglieder

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Anmelden