Kapitel 18: Es geht unserer Katzenbande so gut

Dezember 2014

Es geht unserer Katzenbande so gut - so unfassbar gut. Jeden Tag zeigen sie uns, wie glücklich sie sind und wie viel Spaß sie haben. Die Wohnung haben sie völlig in Beschlag genommen - völlig klar, dass alles, einfach ALLES ihnen gehört und dass sie natürlich auch alles, einfach ALLES dürfen, worauf sie auch immer Lust haben. Unsere Erziehungsversuche haben wir inzwischen weitgehend eingestellt. Gegen vier junge Katzen waren wir trotz pädagogischer Fachkraft in der Familie einfach chancenlos! :-)

Außerdem freuten wir uns so über unsere Erfolge – ihr wachsendes Vertrauen, ihre Zutraulichkeit, ihre erfrischende Lebensfreude! Wir lieben und genießen es so sehr, dass sie da sind!

Auch der Zusammenhalt unter ihnen beeindruckt und verblüfft uns immer wieder! Sie sorgen um einander, beschützen sich, schmiedeten Pläne, spielen und raufen und lieben sich einfach unendlich.

Tamy

Tamy fasziniert uns täglich aufs Neue! ängstlich ist unsere weiße Schönheit nicht mehr aber vorsichtig - sehr vorsichtig. Streicheln oder anfassen geht immer noch nicht. Aber sie ist da, ist nach wie vor sehr an unseren Aktivitäten interessiert und verbringt die morgendliche Schmusestunde mit den anderen in meinem Bett.

Tamy sei Dank hatten wir allerdings einen hohen Verschleiß an piepsenden Mäusen. Sie suchte sich sehr gewissenhaft ihre momentane Lieblingsmaus aus der allgemeinen Spielkiste aus und spielte intensiv mit aufgeplustertem Schwanz und heiseren Gurr-Geräuschen. Sehr durstig geworden von ihrer wilden Spielzeit lief sie dann zum Trinkbrunnen und bot netterweise ihrer Maus auch etwas an. Dabei ertränkte sie ihren Spielgefährten allerdings, bis es eben nicht mehr piepste an.

Untröstlich trug Tamy ihre Maus immer wieder zum Wasser und versuchte sie wieder zum Leben zu erwecken. Das konnten wir uns nicht lange anschauen und bestellten schnell einen großen Vorrat an neuen, piepsenden Mäusen, die sehr begeistert in Beschlag genommen wurden.

Tamy hatte inzwischen auch drei Ausbrüche aus dem Hochsicherheitsgefängnis hinter sich. Sie konnte glatt in zwei Meter Höhe an zwei Krallen hängen, sich durch das durchsichtige Netz durchbeißen und auf das Dach verschwinden. Es war reiner Sport für sie, denn sie kam sofort wieder zurück. Schlau, wie sie war, wusste sie aber, dass sie für ihre Rückkehr auf unsere Hilfe angewiesen war.

Wir hatten nun eine gewisse Gelassenheit entwickelt und standen nicht mehr mit der Schere am Netz, um es in wilder Panik aufzuschneiden. :-)

Mucki

Mucki entpuppt sich immer mehr als liebster und geduldigster Kater, den man sich nur wünschen kann. Er ist und bleibt unser Gentleman. Nur selten hat er Ruhe, denn die Nervensägen fallen jederzeit über ihn her. Maunzend und schnurrend knutschen und schlecken sie Mucki ab, um ihm in ihrer eigenen Sprache zu vermitteln, was gerade so ihre Bedürfnisse sind.

Mucki lässt diese Überfälle über sich ergehen, nur sein wild peitschender Schwanz zeigt uns, wenn er nicht begeistert ist.

Aber auch er hatte sich eine Marotte zugelegt. Inzwischen war er äußerst wählerisch, was sein Essen anbelangte. Sehr vehement, penetrant und laut vor sich hin weinend und jammernd gab er 10-mal am Tag seine besonderen Essensbestellungen auf. Nicht nur einmal waren wir am Verzweifeln und hätten dringend einen Dolmetscher für Mucki – Menschen gebraucht.

Aber er war wohl genährt und unsere Sorgen hielten sich daher in Grenzen :-)

Raspi

Raspi ist immer noch unsere Terrorprinzessin, die im Vergleich zu ihren Geschwistern deutlich kleiner war. Nach wie vor hatte sie einfach keine Zeit zum Fressen, da sie nur spielen, raufen und schlafen im Kopf hatte. Ihre Wahnsinns-Schreierei hatte sie sich inzwischen tatsächlich abgewöhnt. Stattdessen versuchte sie uns nun mit ihren intensiven Blicken Richtung Spielangel zu hypnotisieren, während sie mühsam ihr Gleichgewicht haltend auf der Sitzlehne balancierte. Hier waren wir wirklich konsequent geblieben und das war auch gut so!

Wenn wir allerdings nicht schnell genug auf ihre Bedürfnisse eingingen, suchte sie sich augenblicklich eine andere Beschäftigung. Besonders beliebt waren Kartons, die sie Stück für Stück in ihre Einzelteile zerfetzte. In der ganzen Wohnung lagen kleine Kartonstückchen, die von ihren inzwischen zugefeilten Zähnchen gewissenhaft bearbeitet waren.

Unsere rote Schönheit hatte aber auch ihre schmusigen Momente. Dann kuschelte sie sich schnurrend und hingebungsvoll an uns und schmolz förmlich dahin. Nachdem sie ja auch noch so klein war, fand sie sich immer ein Plätzchen zwischen den Jungs während der morgendlichen Schmusestunde.

Hank

Ja, und unser Hanki-Boy? Auch bei ihm sind kleine Fortschritte erkennbar. :-) Bei uns heißt er nur noch liebevoll »slow brain«. Es läuft einfach alles ein bisschen langsamer, geruhsamer und verschlafener ab. Er braucht dringend unsere Rituale und einen verlässlichen Tagesablauf. Unvorhergesehene Dinge bringen ihn völlig durcheinander und er muss noch ein bisschen länger schauen und darüber nachdenken.

Über vier Wochen benötigte Hank, bis er sich an die Winterzeit gewöhnt hatte. Meine Nächte waren daher eine ganze Weile sehr kurz!! Nach wie vor trommelte er um 5.36 Uhr seine Mannschaft zusammen und besuchte mich in meinem Bett. Mit Mucki und Raspi stritt er mit dem üblichen Gejodel und lauten Schnurren um den besten Kuschelplatz rund um meinen Hals. Dann allerdings kehrte wunderbare Ruhe ein mit dem kuscheligsten Schal, den man sich nur wünschen konnte.

Wenn ich abends ins Bett ging, kam der müde Hanki immer öfter gerne gleich mit und kuschelte sich an meine Beine. So manches Mal blieb er sogar die ganze Nacht, erinnerte mich leise maunzend an seine Anwesenheit, wenn ich mich umdrehte und freute sich über eine nächtliche Streicheleinheit.

Hanks größter Lernerfolg der letzten Wochen ist allerdings, dass er nun mein Bett auch tagsüber als Sicherheitszone ansieht. Wenn er ein Schmusebedürfnis hat, wartet er jammernd in meinem Bett und es darf nun noch draußen hell sein! Aber wehe, wir begegnen ihm im Rest der Wohnung ... GEFÄÄÄÄÄHRLICH!!!

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