Kapitel 19: Hanki entdeckt den Mann des Hauses

15. Januar 2015

Kaum ist Hank ein halbes Jahr bei uns, entdeckt er doch glatt meinen Mann!

Bis jetzt ist er ihm meistens ängstlich aus dem Weg gegangen, wohl beeindruckt durch seine Größe. Ein bisschen Streicheln im Sicherheitszonen-Bett war immer schon gegangen, aber im Wohnzimmer war es ihm dann doch zu heikel.

Eines Abends mein Mann saß auf dem Boden hatte Hank eine mutige Minute und streckte sich neben meinem Mann aus. Anscheinend mit Zauberhänden knuddelte und rubbelte mein Mann ihm den Rücken, bis Hanki vor Verzückung und Wonne überraschte Jodellaute von sich gab. Er konnte gar nicht genug bekommen, machte einen langen Hals und brachte ein so genießendes Gesicht zustande, wie wir es noch nie bei einer Katze gesehen hatten. Schließlich schlief er ans Bein angelehnt ein und musste seine neuen, berauschenden Eindrücke erst einmal verdauen.

Wir waren gespannt! War das eine Eintagsfliege? Würde sich Hank am nächsten Tag überhaupt noch an dieses Erlebnis erinnern?

Und wie!!! Am folgenden Abend kam Hank schon quengelnd auf meinen Mann zu, schmiss sich ihm zwischen die Beine und ließ sich genüsslich den Rücken schrubben und klopfen. Das Quengeln klang allerdings eher wie ein mitleiderregendes Wiehern, daher nannte mein Mann ihn nur noch sein Pony.

Abend für Abend saß mein Mann nun strahlend und stolz auf der »blauen Koppel« (unser flauschiger Teppich) und schrubbte und klopfte mit erstaunlicher Ausdauer Hanks Rücken. Dabei wurde Hanks Hals länger und länger. Seinem Gesichtsausdruck nach fühlte er sich wie im Paradies. Ein neues Dreamteam hatte sich gefunden! Demnächst wird es wohl eine neue Kolumne geben »Mein Pony und ich«!

Der erste Schnee und Abflug nach Malaga

Die Katzen hatten unsere Koffer entdeckt und waren untröstlich. Ständig stolperten wir über eine der Katzen, da sie uns nun lückenlos überwachten. Erst als wir abends in den Betten verschwanden, entspannten sie sich.

Morgens, pünktlich um 5.36 Uhr, wurde jodelnd Hanks Ankunft angekündigt. Da ich eigentlich noch weiterschlafen wollte und wusste, dass ich so keine Ruhe mehr haben würde, krabbelte ich mühsam aus dem Bett. Ich schlurfte zur Breckies-Schachtel und weiter zum Kratzbaum. Wie immer wuselten die Katzen um meine Beine, aber irgendetwas irritierte mich. Kein Geschreie, kein wildes Herumspringen auf dem Kratzbaum, kein Breckie-Geknusper!!!

Irgendwie wirkten die Katzen unruhig und verunsichert, als wollten sie mir sagen Du schau mal, da ist was nicht richtig. Ein halber Blick aus dem Fenster – alles weiß! Der erste Schnee war gefallen! Die Bäume waren dick bestäubt und auf dem Balkongeländer lag eine dicke Schneeschicht. Oha!!!

Schon ein bisschen wacher ging ich zur Terrassentür und schaute völlig überrascht nach draußen. Das Katzennetz war so mit Schnee beladen, dass es praktisch schon am Boden lag. Die ehemals senkrechten Haltestangen in der Mitte hingen windschief und hilflos nach unten. Ich riss die Tür auf und wurde mit Schnee berieselt. Am Boden war noch keine Spur im Schnee die Katzen hatten sich noch nicht nach draußen gewagt. Nun standen sie um mich herum und schauten genauso fassungslos wie ich in eine veränderte Welt. Es war so ein Frieden, eine so tiefe Ruhe und die Bäume sahen toll aus mit ihrer Puderzuckerschicht. Aber um Himmels Willen das Katzennetz!!

Ich weckte wenig liebevoll meinen Mann, der unser Iglu kurze Zeit später ebenfalls sehr fassungslos anstarrte. Raspi wagte sich als erste nach draußen, schnuffelte wie wild und malte vorsichtig und sichtlich irritiert die erste Spur in das ungewohnte Weiße. Hui, kalt!!! Schnell zog sie sich zurück. Während ich mit einem Besen die Schneemengen aus dem Netz schüttelte, bewaffnete sich mein Mann mit neuen Kabelbindern. Die alten hatte es der Reihe nach aufgesprengt.

Die Katzen beobachteten uns sehr gespannt, wie wir das Netz wieder aufrichteten und mit einer Hilfskonstruktion aus Leiter und Besen das Netzdach entlasteten. Mit wildem Gegurre jagte Mucki durch den Schnee über die Terrasse, kletterte die Leiter hinauf und herunter und sprang ins Wohnzimmer zurück. Hank begutachtete langsam und ausführlich jede Schneeflocke und war sichtlich interessiert. Raspi und Tamy dagegen schossen wild raus und rein. Irgendwie unheimlich war ihnen die weiße Welt.

Mit nassen und klammen Händen und ganz schön durchgefroren, wärmten wir uns in unseren Betten wieder auf. Die Katzen kuschelten sich schnurrend auf meinem Bauch zusammen und stritten sich um die bequemste Stelle in Reichweite meiner Hände. Schmusestunde deluxe war angesagt! Schlafen lohnte nun auch nicht mehr!

Viel zu schnell wurde es Zeit, wirklich aufzustehen, die letzten Sachen zusammenzupacken und die Katzen zu verabschieden. Schweren Herzens warfen wir unserem Quartett einen letzten Blick zu und zogen die Haustür ins Schloss.

Auf dem Weg zum Flughafen fuhren wir durch das tief verschneite München. Bald würde die spanische Sonne auf unsere Gesichter scheinen, denn wir waren auf dem Weg nach Andalusien, dem Geburtsort unseres Quartetts. Was für eine seltsame Vorstellung!

Auf ein gesundes, glückliches 2015!

Wieder übernahm unsere wundervolle Nachbarin die Versorgung unserer Miezen. Eine bessere Betreuung konnten wir uns gar nicht wünschen. Täglich wurden uns gewissenhaft alle Einzelheiten von zu Hause berichtet. Die ganze Woche schneite es ergiebig auf unser tapferes Katzennetz, das sich weigerte nochmals nachzugeben. Aber auch nur, weil unsere noch tapferere Nachbarin im 2-Stunden-Takt den Schnee vom Netz klopfte. Die Katzen dankten es ihr, in dem sie den zwei kg Breckies-Sack plünderten.

Was sagten unsere vier zum permanenten Schneefall? Mucki und Raspi schauten den kalten Schnee lieber von drinnen an, Hank und Tamy kugelten sich erstaunlicher Weise durch die immer höher werdenden Schneeberge auf der Dachterrasse.

Auch Silvester brachten sie unbeschadet hinter sich. Mit aufgeregt zuckenden Schwänzen saßen sie vor der Terrassentür und schauten dem blitzenden, krachenden Spektakel zu. Erst dann verzog man sich kollektiv auf mein Bett.

Viel zu schnell war unsere Luxus-Sommerwoche in Marbella vorbei. Wir brachen auf zum Flughafen, um Flugpate für zwei Katzen und zwei Hunde zu spielen. Problemlos wickelten wir die Formalitäten ab, brachten einen ruhigen Flug hinter uns und übergaben die Tiere, die nun ein viel besseres Leben erwartete, den strahlenden neuen Besitzern.

Mucki und seine Zähne

Wir hatten alles versucht wirklich alles! Ein halbes Jahr probierten wir mit Antibiotikum und Homöopathie, Muckis heftige Zahnfleischentzündung in den Griff zu bekommen. Aber die Entzündung war wieder schlimmer geworden und unsere beiden Tierärztinnen schauten ziemlich fassungslos aus der Wäsche, als sie in Muckis Mund starrten. Da half nur eines Tabula Rasa Zähne raus.

Innerhalb einer Woche bekamen wir einen Termin in der Zahnklinik beim Klinikchef höchstpersönlich!

Dann kam der große Tag und Mucki brachte eine sehr schwere dreistündige Operation hinter sich. Es war allerhöchste Eisenbahn und die Zähne waren unwiderruflich nicht mehr zu retten. Seine vier Reißzähne durfte er zum Glück behalten.

Wir waren mehr als nervös, als wir ihn abends endlich abholen durften. Jämmerlich kauerte er in seiner Kiste, während wir uns die fürchterlichen Röntgenbilder und die noch fürchterlicheren kaputten Zähnchen ansahen. Und dann die am aller fürchterlichste Rechnung bezahlten. Endlich ging’s nach Hause, begleitet von Muckis Protestgeschrei.

Zu Hause wurde er vom Trio genauestens beschnuppert und während seines Erholungsschlafes fürsorglich bewacht. Ich war gespannt, was am nächsten Morgen passieren würde! Und es war alles so wie immer! Freudigst wurde ich in meinem Bett stürmisch begrüßt und beschmust.

Fressen war noch so ne Sache, aber mäkelig war Mucki schließlich immer schon. Das durch den Mixer gejagte Grillhuhn war dann aber doch ganz lecker. Drei Tage später brach die Tierärztin in wahre Begeisterungsstürme aus, als sie in Muckis Mund sah. Hellrosa Zahnfleisch, nur noch kleine Krusten an den tiefen Wundstellen, die Fäden der Nähte lösten sich schon auf. Mucki konnte nun in sein neues, schmerzfreies Leben starten!

Vor lauter Freude bestellten wir wie im Rausch ein neues Spielzelt für Mucki, die verlängerte Spielschiene für Tamy, eine neue Spielangel für Raspi und frisches Gras für unser Pony Hank!

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