26.02.2011

Hallo, hier ist wieder Eure Lilla. Mittlerweile konnte ich schon 3 1/2 Wochen das Leben in Deutschland testen – und ich muss sagen, es gefällt mir hier ausgesprochen gut in meinem neuen Leben und mit meiner neuen Regenbogenfamilie und ich möchte hier nicht mehr weg gehen – außer es käme noch ein besseres Angebot -aber das glaube ich nicht – meine beiden neuen Frauchen sind schon jetzt nicht zu toppen! 

Stellt Euch vor – hier gab es jetzt einmal abends getrocknete Hasenohren als Eingewöhnungssnack – so was Leckeres habe ich noch nie zuvor geknabbert und die sollen für einen Hundesnack auch noch relativ kalorienarm sein und gut zum Zähne putzen – ich muss nämlich nach meiner Kastration etwas „auf meine Linie achten“.
Mittlerweile hat nach meiner Ankunft und dem Hundeeingewöhnungsurlaub von meinem einen Frauchen der Alltag schon etwas mehr Einzug gehalten und nun müssen beide Frauchen wieder arbeiten gehen. Das eine Frauchen darf ich aber dabei begleiten, habe mein „Bürokissen“ – während sie das Geld für mein Hundefutter verdient. Also arbeiten gehen, finde ich ein bisschen langweilig, obwohl da im Moment noch öfter hundefreudige Kolleginnen von meinem Frauchen vorbei gucken und sich sehr an mir erfreuen, mein Frauchen zum Frühstück öfter ein Käse (!)- brötchen isst … und bald wohl auch Klienten kommen – was immer das sein mag und ich morgens vor der Arbeit und nachmittags nach der Arbeit einen langen und ausgiebigen Schnüffelspaziergang genießen darf – ich weiß schon, so gut haben es nur wenige Hunde, dass sie mit zur Arbeit dürfen! 

Auf der Hin- und Rückfahrt im Auto – auf der Rücksitzbank sicher angeschnallt -  verhalte ich mich natürlich tip top - keine Frage – ich nutze diese Zeit zum Schlafen und Ausruhen und Entspannen. An der Ampel gucke ich auch mal wo wir gerade sind, lege mich aber dann wieder ganz entspannt hin – und die ganze Zeit sage ich kaum einen Mucks – auch wenn ich am Anfang noch etwas gejault habe. Ich weiß schon, dass ich nur auf der Beifahrerseite ein- und aussteigen darf und warte ganz entspannt bis der Anschnallgurt abgeklickt und die Hundeleine angeklickt wird, bevor ich aus- oder einsteige. Beim Einsteigen und auf die Rücksitzbank hüpfen, brauche ich noch etwas Verstärkung, aber dann klappt es prima! 

Mein Frauchen kann schon ganz entspannt auf der Rückfahrt einkaufen gehen – ich warte so lange angeschnallt auf der „Hundeablage“  auf sie – heißt das nicht so? Irgendjemand hat wohl mal Hutablage dazu gesagt,  aber ab sofort ist es eben die Hundeablage – wozu braucht ein Hut auch eine Ablage – meine  beiden Frauchen tragen nicht mal welche, aber einen Hund haben sie –nämlich mich – also heißt das Ding ab sofort Hundeablage!

Ich gehe mittlerweile – außer wenn es regnet – sehr gerne spazieren und bin jedes Mal gespannt was ich nun draußen wieder Neues erlebe?! Bevor ich aus der Haustür trete, teste ich selbstverständlich schnuppernd erst mal das Wetter, ob es für mich auch angenehm ist - bis jetzt war es immer ok.. Aber wenn meine Frauchen meinen, sie müssten am Wochenende nachts um 23.30 Uhr oder so mit mir nach einem langen Abend noch mal vor die Tür gehen, damit ich am nächsten Morgen länger durchhalte .. bin ich da eher anderer Meinung. Natürlich gehe ich mit und mach auch Pippi und so aber notwendig wäre das nicht. Ich halte auch so am nächsten Morgen durch – gar kein Problem – was die immer für Ideen haben, tzz tzz – da muss man mitten in der Nacht noch mal vor die Tür … .

Ich weiß jetzt schon wo ich zu Hause bin und bin auf unseren Spaziergängen schon viel mutiger geworden. Den Weg am Bach entlang  mag ich sehr gerne – da darf ich nämlich schon ab und zu frei laufen ganz ohne Leine - da fahren keine Autos und ich kann auch nicht wirklich abhauen, außer ich würde schwimmen, aber Wasser mag ich nicht so gerne  und so bin ich da sicher und dankbar, dass mein Frauchen auf mich achtet und auf mich aufpasst.

Ich folge meinem Frauchen die meiste Zeit auf den Fuß, bleibe schön in der Nähe und im Kontakt, mache brav „sitz“ wenn sie es sagt, folge ihr fast immer aufs Wort und mache jeden Richtungswechsel mit den sie macht, auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum wir mal links, dann rechts, dann nach vorne und dann wieder rückwärtsgehen müssen – vielleicht weiß die Frau manchmal nicht so recht wohin sie will? Oder … sie testet einfach aus, was ich mache, wenn sie so nach meinem Empfinden völlig planlos in der Walachei (das sagt man hier so auf kurpfälzisch) mal nach rechts, links, geradeaus, im Kreis oder rückwärts läuft – naja, wenn sie Spaß dran hat - ich gehe gerne mit! Ich lerne dabei auch ganz nebenbei neue „Vokabeln“ wie zum Beispiel „bleib“, „Fuß“, „weiter“ … und lerne so immer besser Deutsch.

Ich habe mittlerweile auch schon sehr viele Hundekumpels kennengelernt und verstehe mich nicht nur bisher mit allen gut, sondern freue mich mittlerweile auch sehr darüber, welche zu treffen und halt schon Ausschau ob einer kommt - dabei schalte ich meine Ohren auch schon mal auf Durchzug - bin aber trotzdem froh, dass mein Frauchen dabei ist- so kann ich mich dann rückversichern, wenn mal ein großer Hund etwas stürmisch daher kommt und bin froh, dass sie mir, wenn ich unsicher oder ängstlich bin, Beistand leistet. Ich glaube große Hunde nehmen mich nicht wirklich ernst und da habe ich relativ viel Freiraum.  Mit kleinen Hunden verstehe ich mich entweder oder das sind so Zwerge im Stickanzug die vor lauter Angst vor meiner Größe – ich lach mich bald kringelig bin ja selbst winzig – anfangen zu knurren.

Abends auf der Couch genieße ich es mich zwischen meine beiden Frauchen zu legen und – am besten von beiden gleichzeitig – mir den Bauch krabbeln zu lassen. Mmh – das könnte ich stundenlang aushalten – die sagen dann auch immer so nette Worte zu mir wie zum Beispiel „Schmuse-Lilla“.

Wir legen jetzt auch öfter am Tag eine kleine Spielrunde in der Wohnung im Garten oder auf der Wiese ein – mit dem Knotentau, dem Ball oder meinem Quietschehund – das ist fast genauso schön wie Leckerlis, macht mir sehr viel Spaß und ich drehe dabei mittlerweile richtig auf und sause dabei ganz wild herum.

Diese Woche hatte ich im Büro meine erste „Sitzung“ – viele Leute waren da und ich war zuerst ganz aufgeregt und ganz voller Freude, habe fast alle Herzen dort im Sturm erobert. Ich habe nämlich sehr viel Charme und kann „winke-winke“ mit der Pfote machen, wenn ich will und setze das dann auch ein, um neue Leute schnell um die Pfote zu wickeln … trotzdem hat mir niemand sein Käsebrötchen abgegeben – wie schade – muss das wohl noch etwas verfeinern.

Längere Zeit allein zu Hause fühle ich mich noch nicht so sicher und jaule dabei einige Zeit. Bin mal gespannt was sich mein Frauchen einfallen lässt, damit mir das mit der Zeit besser gefällt.

Vor ein paar Tagen hatte ich abends beim Spazieren gehen auch ein paar ziemliche Schrecksekunden – da kam ein ganz großer Hund im Dunkeln einfach aus dem Nichts auf mich zu gerannt und hat mich bedrängt und wollte mich beißen – vom Besitzer keine Spur.

Ich habe vor lauter Schreck ganz laut gewinselt und geschrien, weg laufen konnte ich nicht, da ich an der Leine war. Mein Frauchen ist dann ganz beherzt dazwischen, hat mich abgeschirmt und hat den anderen Hund am Hals gepackt und so lange festgehalten bis der Besitzer kam. Der Blödmann war sich keiner Schuld bewusst und hat nur gemeint – ich habe Sie gar nicht gesehen. Na wenn es dunkel ist geht das auch schlecht! Der Mann hat seinen Hund nicht wirklich im Griff und sollte ihn deshalb auch nicht – ganz besonders im Dunkeln – alleine ohne Leine laufen lassen, damit er so kleine Hunde wie mich nicht in Gefahr bringt. Mein Frauchen lässt sich das auch nicht noch mal bieten. Wenn es noch mal passiert, dann wird sie da etwas unternehmen – dann muss der Mann seinen Hund eben immer an die Leine nehmen und der Hund einen Maulkorb tragen oder die beiden müssen halt mal zusammen in die Hundeschule gehen, damit der Mann seinen Hund unter Kontrolle bekommt. Außerdem bekomme ich jetzt so ein Leuchthalsband für abends, damit jeder sehen kann, dass ich unterwegs bin und nicht gebissen werden möchte.

Tschö bis bald
Eure Lilla

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