18. bis 20.06.2010 - Laufen!

Wir hatten ein paar ganz tolle Tage wieder mit Mia-Mara (so haben wir sie jetzt nur für's Rufen genannt; weil ansonsten wirklich beide gleichzeitig kommen). Es war Krämerbrückenfest in Erfurt und schönes Wetter; so waren wir in family dort und Mia konnte so lange laufen, wie die kleinen Dackelbeinchen wollten, dann wurde „königliche Hoheit“ respektvoll in ihre Sänfte gesetzt.
Dann - wenn sie wieder fit war – ging’s wieder an's Laufen. Dieser Wechsel tut ihr recht gut, weil sie dadurch kräftemäßig nie überfordert ist. Und fast jeder 2., 3. Passant lächelt, wenn er in den roten, witzigen Trolley sieht, weil das kleine niedliche Köpfchen ja rausguckt – manchmal sogar eingeschlafenerweise – über­wiegend aber wachen Auges. Schließlich will man als Neubürgerin sehen, was in Erfurt so läuft. Und dann wollen alle Leute sie streicheln und ihr Komplimente machen: hach, wie schön. Und Geschichten von sich und ihren Tieren erzählen. Also, an sozialen Kontakten mangelt es hier wirklich niemandem.
Mit dem Tragen des Hunde-Rucksackes wechselten sich Kathrin und Sven immer ab; meine Aufgabe bestand darin, dahinter zu laufen, dass sie auch immer jemand Vertrauten im Auge hat. Und so wackelten wieder lustig die kleinen Öhrchen. Wenn sie was sagen könnte, dann wäre es jetzt etwas Genießerisches, mit Sicherheit. Wenn wir irgendwo sitzen, bspw. beim Italiener draußen, dann schläft sie meist in einem von uns friedlich und langsam immer schwerer nach unten sinkend. Wir sagen uns dann immer: Na?, ein Mal eingeschlafener linker Arm in Bedarf? Wer dann hurrah schreit, kriegt sie in die "Wiege" gelegt. 

Mit den Tabletten, das ging alles seinen Gang. Ich habe im Tierladen Hundeleberwust in der Tube gekauft, das nimmt sie total gern dadrin.
Die beiden Mias sind in trauter Zweisamkeitsstimmung miteinander. Ganz friedlich und lieb. Denn die Schwarzafrikanerin hat jetzt inzwischen sehr wohl verstanden, dass Mia-Wau einzig  beim Fressen etwas ungemütlich werden kann. Und da nimmt sie einfach intuitiv jetzt Abstand, wenn es um die Mahlzeit geht. Ansonsten ist alles ganz lieb mit den beiden.  

Nur, wundert es die Katze, dass die Hündin schnarcht. Das kennt sie nicht. Da schleicht sie sich dann langsam an, bis zum Ohr hin, um besser zu hören. Vielleicht verwechselt sie es auch mit leisem Knurren, keine Ahnung. Jedenfalls hat die Katze keine Angst und ist auch nicht nachtragend wegen der Sache neulich – Marathon-Lauf durch den Flur mit ziemlich eindeutiger Körpersprache. Das hat das kleine Katzenhirn nicht krumm genommen. Denn im Grunde, so meine Ahnung, findet es die Katz ganz abwechslungsreich im Alltag mit dem kleinen Wuschel.
Die Schwarze watschelt ihr oft in der Wohnung neugierig hinterher, um zu sehen, was als nächstes ansteht. Manchmal scheint es, als will sie mit ihr spielen; macht dann kleine Sprünge direkt neben ihr mit ganz kurzem Körperkontakt am Hinterteil. Doch das tangiert die Hündin äußerst peripher; dafür hat nun wieder sie  nur ein ermüdendes Wundern übrig: „Aus dem Alter sind wir nun  wirklich  raus, meine Liebe. Da musst’ schon mit was Intelligenterem kommen.“

Heute, früh am Sonntag, 8 Uhr, waren Mia-Wau und ich schon weit laufen. Im nahegelegenen Luisenpark, als alles noch ganz still war, die Vögel zwitscherten, die Sonne ab und zu ein paar Wolken zur Seite schon; und nur ab und an ein Jogger vorbeikam.
Das war sehr angenehm. Wir waren dort auch am Wasser. Aber das mag die Kleine nicht sooo unbedingt gern; denn da machte sie gleich wieder kehrt.

Dann haben wir im Park eine Blaublüterin kennengelernt, eine wahre Aristokratin, die Hündin „Ottilie von nochirgendwas“ – eine schokoladenbraune, bild­hübsche Labradorin. Zweifelsohne war ihr das auch bekannt. Und ich lernte wieder ein Frau aus Erfurt kennen – wie das bei Hundehaltern immer ist - , die ich zuvor noch nie gesehen hatte, und wir kamen ganz angenehm ins Gespräch.
Sie erzählte mir viel von der Hündin – ihr Ersthund -, und wie sie dazu gekommen waren.
Der Hausarzt ihres Mannes sagte eines Tages, da er einen Bandscheiben­vorfall und überhaupt „Rücken“ hat: „Schaffen Sie sich einen Hund an, der tut für Sie und Ihren Rücken dann genau das Richtige, wenn er mit Ihnen regelmäßig spazieren gehen will.“ Gesagt – getan. Ähnliches, ja Gleiches, kann man sagen, tut Mia-Wau ja auch mit mir. Und das ist genau richtig so. Schon nach den wenigen Tagen jetzt, merke ich, wie gut mir das tut.

Jetzt nach dem Luisenpark schnarcht sie erstmal wieder. Gegen 14 Uhr wollen wir mit ihr heute mit dem Auto – im Auto fährt sie überaus gern – an einen nahegelegenen Stausee fahren, um eine große Runde dort durch den Wald am Wasser lang zu nehmen. Das wird schön. Und die Sonne scheint, obschon es nicht zu warm ist.   

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